Gescheiterte Hinrichtung: Christa Pike überlebt den Hinrichtungsversuch und fordert nun lebenslange Haft
Die wegen Mordes zum Tode verurteilte US-Amerikanerin Christa Pike hat den fehlgeschlagenen Hinrichtungsversuch offenbar überlebt und befindet sich inzwischen wieder bei Bewusstsein. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Nach Angaben ihrer Anwälte kann sie mittlerweile sprechen. Ihr Zustand entwickle sich auf eine Weise, die medizinisch außergewöhnlich sei. „Sie ist die einzige bekannte Person, die einen vollständigen Hinrichtungsversuch in den USA überlebt hat.
Zwei Dosen Pentobarbital ohne tödliche Wirkung
Die Hinrichtung war am vergangenen Mittwochabend in Tennessee angesetzt. Nach Angaben der zuständigen Behörden erhielt Pike dabei die beiden im offiziellen Hinrichtungsablauf vorgesehenen Dosen des Medikaments Pentobarbital.
Die Behandlung führte jedoch nicht zum Tod der Gefangenen. Anwesende Zeug gaben später an, über einen längeren Zeitraum ihre deutlich erschwerte Atmung wahrgenommen zu haben. Einer ihrer Rechtsvertreter berichtete zudem, Pike habe nach der Verabreichung der ersten Dosis noch sprechen und sogar singen können. Nach dem Abbruch des Vorgangs wurde sie schließlich per Rettungswagen aus dem Gefängnis in eine medizinische Einrichtung außerhalb der Haftanstalt gebracht.
Anwälte verlangen Umwandlung der Todesstrafe
Nach dem gescheiterten Vollstreckungsversuch setzte sich Pikes Verteidigung dafür ein, die Todesstrafe in eine lebenslange Freiheitsstrafe umzuwandeln. Zugleich kündigte das Anwaltsteam weitere juristische Schritte an.
Diese Forderung wiederholten die Anwälte nun ausdrücklich gegenüber Tennessees republikanischem Gouverneur Bill Lee. Pike solle demnach nicht erneut hingerichtet werden, sondern lebenslang in Haft bleiben – ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung.
Neue Hinrichtung derzeit offen
Ob die Behörden zu einem späteren Zeitpunkt einen weiteren Versuch unternehmen werden, Pikes Todesurteil zu vollstrecken, ist bislang nicht bekannt. Entscheidend könnte dabei nach Einschätzung der New York Times insbesondere ihr gesundheitlicher Zustand sein. Die Zeitung verweist außerdem auf die Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs der USA: Demnach dürfen Menschen nicht hingerichtet werden, wenn sie aufgrund ihres geistigen Zustands nicht rational verstehen können, weshalb ihnen die Todesstrafe auferlegt wird.

