Grundschulen unter Druck: Jede vierte befürchtet Engpässe bei der Ganztagsbetreuung für Erstklässler:innen
- Redaktion Mittagsmagazin

- 26. Jan.
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Etwa jede vierte Grundschule in Deutschland sieht sich nach eigenen Angaben nicht in der Lage, das neue Recht auf Ganztagsbetreuung für Erstklässler:innen ab Herbst vollständig umzusetzen. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Dies zeigt eine aktuelle Umfrage von Forsa, die im Auftrag des Verbands Bildung und Erziehung durchgeführt wurde. Im September und Oktober wurden dafür insgesamt 1.312 Schulleitungen befragt.
Mehrheit rechnet mit ausreichendem Angebot
Trotz der Bedenken erwarten rund zwei Drittel der Schulen (67 Prozent), dass allen im Schuljahr 2026/27 eingeschulten Kindern Ganztagsbetreuung bereitgestellt werden kann. Bei denjenigen 25 Prozent, die skeptisch sind, liegen die größten Hürden in fehlenden Räumen (74 Prozent), unzureichendem Personal (67 Prozent) und finanziellen Engpässen (47 Prozent).
Stufenweise Einführung des Rechts
Bund und Länder haben beschlossen, das Recht auf Ganztagsbetreuung schrittweise einzuführen. Ab dem kommenden Schuljahr gilt die Regelung für Kinder der 1. Klasse, ab 2029/2030 sollen alle Grundschuljahrgänge eingeschlossen sein. Ziel ist, bis Ende des Jahrzehnts für jedes Kind eine Ganztagsbetreuung mit 40 Wochenstunden zu gewährleisten.
Warnung vor Qualitätseinbußen
Der Verband Bildung und Erziehung, der Lehrkräfte sowie pädagogische Fachkräfte vertritt, kritisiert nicht nur die drohende Lücke im Betreuungsangebot. Verbandsvorsitzender Tomi Neckov äußert auch Bedenken hinsichtlich der Qualität: „Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung suggeriert pädagogische Angebote, aber am Ende wird nur die Verwahrung von Kindern zugesichert“, warnte er.



