Jugendliche und Gewalt: Warum Angriffe auf Eltern häufiger sind als gedacht
- 8. Feb.
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Forschende der Universität Zürich kommen in einer Langzeituntersuchung zu dem Schluss, dass Übergriffe von Jugendlichen auf ihre Eltern häufiger vorkommen, als oft angenommen wird. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Mehr als ein Drittel der befragten jungen Menschen – genau 32,5 Prozent – berichtete, zwischen dem 11. und 24. Lebensjahr mindestens einmal körperlich gegenüber den eigenen Eltern gewalttätig geworden zu sein.
Besonders kritisches Alter
Am deutlichsten zeigte sich dieses Verhalten im Alter von 13 Jahren. In dieser Phase gaben rund 15 Prozent der Teilnehmenden an, körperliche Angriffe verübt zu haben. Mit zunehmendem Alter ging die Zahl zurück. Im jungen Erwachsenenalter pendelte sich der Anteil schließlich bei etwa 5 Prozent ein.
Was begünstigt Eskalationen?
Interessanterweise spielten weder das Bildungsniveau noch die wirtschaftliche Lage der Familie eine entscheidende Rolle. Anders sah es bei bestimmten Erziehungspraktiken aus: Körperliche Strafen und aggressive verbale Auseinandersetzungen seitens der Eltern erhöhten das Risiko, dass sich ein Gewaltmuster innerhalb der Familie entwickelt. Zusätzlich nennt die Studie individuelle Faktoren wie etwa ADHS-Symptome als mögliche Verstärker solcher Konfliktdynamiken.
Hintergrund der Untersuchung
Grundlage der Ergebnisse ist das Zürcher Projekt zur sozialen Entwicklung von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter (z-proso). Dieses wird von Manuel Eisner, Denis Ribeaud und Lilly Shanahan am „Jacobs Center for Productive Youth Development “ der UZH geleitet. Für die Auswertung wurden mehr als 1.500 Personen über viele Jahre hinweg begleitet – von der frühen Jugend bis ins junge Erwachsenenalter.


