Konjunktur unter Druck: Hohe Energiepreise und Iran-Krieg bremsen Deutschlands Wirtschaftswachstum
- vor 2 Tagen
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Die deutsche Wirtschaft kommt weiterhin nur schleppend voran. Belastet durch die Folgen des Konflikts mit dem Iran und die stark gestiegenen Energiepreise bleibt eine deutliche wirtschaftliche Erholung vorerst aus. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Der Sachverständigenrat hat deshalb seine Erwartungen für die wirtschaftliche Entwicklung nach unten korrigiert. Für das laufende Jahr gehen die Expert:innen lediglich von einem Wachstum der Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozent aus.
Sorge um Sozialversicherungen wächst
Neben der schwachen Konjunktur sehen die Wirtschaftsweisen vor allem bei den Sozialkassen dringenden Reformbedarf. Steigende Kosten in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung müssten rasch begrenzt werden, um die Systeme langfristig stabil zu halten. „Der Handlungsdruck ist massiv“, sagte die Vorsitzende des Sachverständigenrats, Monika Schnitzer, in Berlin.
Energiekrise belastet Industrie und Handel
Bereits vor einigen Wochen hatte auch die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose deutlich reduziert und rechnet inzwischen ebenfalls nur noch mit einem Plus von 0,5 Prozent. Ausschlaggebend dafür sind unter anderem die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs. Besonders gravierend wirkt sich die eingeschränkte Schifffahrt in der Straße von Hormus aus – einer zentralen Route für den weltweiten Öltransport.
Die Folgen zeigen sich inzwischen auf vielen Märkten: Nicht nur Öl und Gas verteuerten sich erheblich, sondern auch wichtige Rohstoffe und Agrarprodukte wie Weizen oder Düngemittel.
Hoffnung auf Infrastrukturinvestitionen
Für 2027 erwarten die Fachleute eine leichte Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. Das Bruttoinlandsprodukt könnte nach ihrer Einschätzung um 0,8 Prozent wachsen. Entscheidend dafür seien umfangreiche staatliche Investitionen in die Modernisierung der Infrastruktur.
Bundestag und Bundesrat hatten dafür ein kreditfinanziertes Sondervermögen auf den Weg gebracht. Allerdings gibt es Kritik an der Umsetzung: Häufig werde bemängelt, dass die bereitgestellten Mittel nur langsam abgerufen würden und teilweise genutzt würden, um Haushaltslücken des Bundes zu schließen.

