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Krankenkassen unter Spardruck: KBV-Chef Gassen fordert Streichung freiwilliger Zusatzleistungen

  • vor 5 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

In der aktuellen Diskussion über die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung meldet sich Andreas Gassen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, mit klaren Forderungen zu Wort: Aus seiner Sicht sollten freiwillige Zusatzangebote der Krankenkassen vollständig entfallen, wenn das Budget nicht ausreicht. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Freiwillige Extras auf dem Prüfstand


Nach Ansicht Gassens müsse bei knappen Mitteln zuerst dort gekürzt werden, wo Leistungen nicht zum verpflichtenden Kernkatalog gehören. „Wenn nicht genug Geld für den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung da ist und gespart werden muss, sind ‚Nice to have'-Leistungen als Erstes zu streichen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Diese zusätzlichen Angebote – häufig als Marketinginstrument genutzt – stehen laut Gassen im Widerspruch zu den gleichzeitigen Sparforderungen gegenüber der Ärzteschaft.


Kritik an geplanten Honorarkürzungen


Mit Blick auf Überlegungen der Kassen, ärztliche Vergütungen zu reduzieren, äußerte sich Gassen deutlich: „Es kann doch nicht sein, dass Kassen die Vergütung für Leistungen, die durch den Gemeinsamen Bundesausschuss beschlossen worden sind, kürzen wollen und gleichzeitig hohe Summen für werbewirksame Dinge bezahlen“, sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) mit Blick auf Forderungen der Kassen, die Honorare der Ärzt:innen zu kappen. Nach seinen Berechnungen ließe sich durch eine vollständige Streichung dieser freiwilligen Leistungen ein Betrag von fast einer Milliarde Euro jährlich einsparen.


Was sind sogenannte Satzungsleistungen?


Gemeint sind Leistungen, die über den gesetzlich festgelegten Standard hinausgehen und von Kasse zu Kasse variieren. Dazu zählen beispielsweise alternative Behandlungsmethoden wie Homöopathie, Anthroposophie oder Phytotherapie. Auch Zuschüsse für Präventionskurse oder technische Gesundheitsgadgets wie Fitnesstracker fallen darunter. Kritiker bemängeln seit Längerem, dass der medizinische Nutzen mancher dieser Angebote nicht ausreichend belegt sei. Zudem wird den Krankenkassen vorgeworfen, mit solchen Extras vor allem neue Versicherte gewinnen zu wollen – finanziert aus Beitragsgeldern der Solidargemeinschaft.


Politischer Reformdruck wächst


Die angespannte Haushaltslage verschärft die Debatte zusätzlich. Angesichts erheblicher Defizite kündigte Nina Warken ein umfassendes Sparprogramm für den Sommer an.mDie Zukunft der gesetzlichen Krankenversicherung bleibt damit ein zentrales politisches Streitthema.

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