Laut EU-Kommission: TikTok wegen möglicher Suchtgefahr unter Druck
- 8. Feb.
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Nach einer ersten Bewertung durch die Europäische Union steht die Videoplattform TikTok im Verdacht, gegen geltende EU-Vorgaben zu verstoßen. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Das gab die Europäische Kommission in Brüssel bekannt. Im Zentrum der Kritik stehen Funktionen, die ein besonders intensives Nutzungsverhalten begünstigen sollen. Das bereits laufende Verfahren soll nun konsequent weitergeführt werden.
Kritik an möglichen Suchtmechanismen
Vor allem der Schutz junger Menschen rückt in den Fokus der Behörde.„Abhängigkeit von sozialen Medien kann schädliche Auswirkungen auf die sich entwickelnden Gehirne von Kindern und Jugendlichen haben“, erklärte die zuständige Vizepräsidentin Henna Virkkunen. Ziel sei es, bestehende europäische Vorschriften konsequent anzuwenden, um Nutzerinnen und Nutzer im digitalen Raum besser zu schützen.
Mögliche Konsequenzen für das Unternehmen
TikTok erhält nun Gelegenheit, auf die Anschuldigungen zu reagieren und gegebenenfalls Anpassungen an der Plattform vorzunehmen, um die Kritikpunkte auszuräumen. Kommt es zu keiner Einigung, drohen empfindliche Sanktionen. In diesem Fall könnte die Kommission offiziell einen Verstoß gegen den Digital Services Act feststellen. Die möglichen Strafzahlungen wären erheblich: Bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes des Konzerns könnten fällig werden.
Teil einer umfassenden Prüfung
Die aktuelle Einschätzung ist Bestandteil eines größeren Prüfverfahrens. Seit Februar 2024 untersucht die EU unter anderem, ob die Plattform ausreichende Maßnahmen zum Schutz Minderjähriger trifft. TikTok ist Teil des chinesischen Technologieunternehmens ByteDance. Nach eigenen Angaben zählt die App weltweit über 135 Millionen aktive Nutzerinnen und Nutzer pro Monat.


