Machtwechsel auf Zeit: Venezuelas Justiz ernennt Delcy Rodríguez nach Festnahme Maduros zur Interims-Staatschefin
- Redaktion Mittagsmagazin

- 4. Jan.
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Nach dem Zugriff der Vereinigten Staaten auf Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro hat die Justiz des Landes rasch reagiert: Das Oberste Gericht setzte Delcy Rodríguez, bislang Vizepräsidentin, als kommissarische Staatschefin ein. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Entscheidung des Obersten Gerichts
Nach Darstellung der Richter:innen dient dieser Schritt vor allem der Sicherstellung staatlicher Handlungsfähigkeit sowie der nationalen Verteidigung. Gleichzeitig betonte das Gericht, dass Maduro rechtlich nicht als dauerhaft seines Amtes enthoben gilt. Eine formelle Absetzung hätte laut Verfassung automatische Neuwahlen innerhalb von 30 Tagen nach sich gezogen – dazu kam es jedoch nicht.
Klare Loyalitätsbekundung
Rodríguez ließ keinen Zweifel an ihrer Haltung. Vor dem Nationalen Verteidigungsrat erklärte sie: „Es gibt nur einen Präsidenten in diesem Land und er heißt Nicolás Maduro Moros." Die Interims-Staatschefin zählt seit Jahren zum engsten Kreis und gilt als ausgesprochen treue Verbündete des festgenommenen Präsidenten.
Bilder aus den USA sorgen für Aufsehen
Zeitgleich veröffentlichte das Weiße Haus auf der Plattform X ein Video, das Maduro in Handschellen und Sandalen innerhalb von Räumen der US-Antidrogenbehörde DEA in New York zeigt. US-Medien berichten, dass er in das berüchtigte Metropolitan Detention Center im New Yorker Stadtteil Brooklyn überstellt werden soll.
Vorwürfe und rechtliche Schritte
Maduro wurde gemeinsam mit seiner Ehefrau im Zuge eines US-Militäreinsatzes festgenommen. Beide befinden sich derzeit in Haft in New York. Vor einem US-Gericht müssen sie sich wegen des Vorwurfs der „Verschwörung zum Drogenterrorismus" verantworten.


