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Millionen-Belohnung nach Sabotage: Bund und Land setzen auf Hinweise aus der Bevölkerung

Nach dem Angriff auf die Strominfrastruktur im Berliner Südwesten haben Bund und Land eine außergewöhnlich hohe Belohnung ausgesetzt. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Wer entscheidende Hinweise zur Aufklärung liefert, kann mit bis zu einer Million Euro rechnen. Berichte darüber bestätigte Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses.


Ein Vorgang ohne Vorbild


Die Senatorin bezeichnete das Vorgehen als absoluten Ausnahmefall. Einen Zeugenaufruf dieser Dimension habe es nach ihrer Erinnerung bislang nicht gegeben. Wörtlich sprach sie von einem „einmaligen Vorgang“. Auch die Umstände seien besonders: Sie könne sich nicht erinnern, dass der Bund einen Zeugenaufruf „in so einer Größenordnung und in so einer Situation“ schon einmal gestartet habe. Ziel der Maßnahme sei es, gemeinsam „mit dem BKA und dem Generalbundesanwalt“ einen mutmaßlichen Akt von „Terrorismus“ aufzuklären.


Massive Folgen für Haushalte und Unternehmen


Der Brandanschlag auf eine Kabelbrücke Anfang Januar hatte gravierende Auswirkungen. Zeitweise waren rund 45.000 Haushalte sowie etwa 2.200 Gewerbebetriebe ohne Strom. Noch am Tag des Blackouts ging beim rbb ein Bekennerschreiben ein, unterzeichnet mit „Vulkangruppe – Den Herrschenden den Saft abdrehen“. Die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass das Schreiben echt ist.


Ermittlungen auf Bundesebene


Inzwischen hat der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernommen. Der Verdacht reicht von der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung über verfassungsfeindliche Sabotage bis hin zu Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe. Der Name „Vulkangruppe“ ist den Ermittlungsbehörden nicht neu. Bereits seit 2011 taucht er in den Akten auf. Nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes existieren entsprechende Gruppierungen seit Jahren und werden mit einer Serie von Brandanschlägen in Berlin und Brandenburg in Verbindung gebracht. Häufige Ziele sind Kabelschächte entlang von Bahnstrecken, Funkanlagen oder Datenleitungen, vereinzelt auch Firmenfahrzeuge. Zuletzt kam es unter anderem zu zwei Angriffen auf die Stromversorgung des US-Autobauers Tesla in Grünheide.


Belohnung als Signal


In Regierungskreisen wird die ungewöhnlich hohe Summe auch als Hinweis auf den aktuellen Stand der Ermittlungen gewertet: Offenbar fehlt es den Sicherheitsbehörden bislang an konkreten Spuren, die direkt zu den Verantwortlichen führen. Die Hoffnung liegt nun auf entscheidenden Hinweisen aus der Bevölkerung.

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