Mut statt Schweigen: Gisèle Pelicot über Gerechtigkeit, Neuanfang und den Kampf gegen das Leugnen
- 4. März
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Über einen langen Zeitraum hinweg wurde die Französin Gisèle Pelicot von ihrem damaligen Ehemann systematisch unter Drogen gesetzt, sexuell missbraucht und anderen Männern ausgeliefert. Das perfide Vorgehen blieb jahrelang im Verborgenen, bis der Fall schließlich vor Gericht landete. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Im Jahr 2024 sprach das Gericht ein deutliches Urteil: Der Ex-Mann wurde zu 20 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Weitere 50 Angeklagte – überwiegend wegen schwerer Vergewaltigung – erhielten Haftstrafen zwischen drei und 15 Jahren.
Ein neues Kapitel
In der Talkshow Maischberger sprach Pelicot erstmals ausführlich über die Zeit nach dem aufsehenerregenden Prozess und darüber, wie sie heute in die Zukunft blickt. "Ich erlaube mir heute, glücklich zu sein. Ich habe ein Recht darauf", sagte sie. "Das Leben ist vergänglich. Deshalb darf man auch nicht vergessen, glücklich zu sein.“
Die unsichtbare Last der Betroffenen
Pelicot machte deutlich, wie isolierend eine solche Gewalterfahrung sein kann. Wer sexualisierte Gewalt erlebt, fühle sich oft extrem allein. Sie zeigte Verständnis für Betroffene, die trotz eindeutiger Beweise davor zurückschrecken, Anzeige zu erstatten. "Aber sie dürfen auf keinen Fall ihr Selbstvertrauen verlieren, denn das wäre eine doppelte Strafe."
Ein Prozess mit Wirkung
Rückblickend beschreibt Pelicot das Verfahren nicht nur als strafrechtliche Auseinandersetzung, sondern als gesellschaftliches Statement. Es sei "einen Prozess gegen die Feigheit und gegen das Leugnen" gewesen. Für die Täter selbst sei Vergewaltigung offenbar "kein Verbrechen" gewesen – eine Haltung, die sie öffentlich anprangerte.


