Nicht "männlich genug": Wie bedrohte Selbstbilder das Verhalten von Männern verändern
- vor 9 Stunden
- 1 Min. Lesezeit
Was passiert eigentlich, wenn Männer den Eindruck bekommen, nicht „männlich genug“ zu sein? Mehr dazu jetzt in den "Besser Leben News".
Laut einer umfangreichen sozialpsychologischen Auswertung hat genau dieses Empfinden spürbare Folgen – nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für das gesellschaftliche Miteinander. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Personality and Social Psychology Review veröffentlicht.
Breite Datengrundlage aus vielen Studien
Ein Forschungsteam aus Kaiserslautern-Landau und Kassel wertete über 100 Einzelstudien aus, die sich mit der Frage beschäftigten, wie Männer reagieren, wenn ihre Männlichkeit infrage gestellt wird. Insgesamt flossen Daten von fast 20.000 Teilnehmern in die Analyse ein.
Experimentelle Verunsicherung
In den zugrunde liegenden Untersuchungen wurde gezielt ein Gefühl der Unsicherheit erzeugt. Die Teilnehmer mussten verschiedene Tests und Aufgaben bearbeiten. Anschließend erhielten sie Rückmeldungen, die ihr Verhalten als wenig männlich einstuften.
So wurde beispielsweise in einer Studie zur Verhandlungsfähigkeit vermittelt, die Männer seien besonders zurückhaltend, schüchtern und wenig durchsetzungsstark. In anderen Fällen wurden gängige Vorstellungen von Männlichkeit direkt angegriffen – etwa durch Aussagen, Männer würden zunehmend schwächer, „femininer“ oder könnten ihre Familien nicht mehr ausreichend versorgen.
Die Studienautorin Lea Lorenz beschreibt, dass diese Methoden sehr zuverlässig das gewünschte Gefühl der Verunsicherung hervorriefen.
Emotionale Reaktionen auf Bedrohung
Sobald dieses Empfinden einer bedrohten Männlichkeit entstand, reagierten viele Teilnehmer deutlich emotional. Häufig berichteten sie von Ärger, Angst oder einem allgemeinen Unwohlsein.
Kompensation durch „männlicheres“ Verhalten
Interessant ist vor allem die anschließende Reaktion: Zahlreiche Männer versuchten, das unangenehme Gefühl auszugleichen, indem sie Verhaltensweisen annahmen, die sie selbst als besonders männlich einschätzten. Diese Kompensation deutet darauf hin, dass Männlichkeit für viele nicht nur ein Selbstbild ist, sondern auch aktiv verteidigt wird, wenn sie infrage steht.

