Niedriglöhne in Deutschland: Millionen Beschäftigte verdienen weiterhin deutlich unter 16 Euro pro Stunde
- 15. März
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Niedrige Einkommen sind in Deutschland kein seltenes Phänomen, sondern prägen den Arbeitsalltag vieler Menschen. Das zeigt eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Den neuesten Zahlen für das Jahr 2025 zufolge erhielt fast jede fünfte erwerbstätige Person weniger als 15 Euro brutto pro Stunde. Insgesamt liegen etwa zehn Millionen Beschäftigte unter einer Stundenvergütung von 16 Euro, während rund fünf Millionen sogar weniger als 14 Euro verdienen.
Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland
Die Daten verdeutlichen auch regionale Unterschiede. In den westlichen Bundesländern arbeiteten etwa 6,5 Millionen Menschen zu Stundenlöhnen unterhalb von 15 Euro brutto. In Ostdeutschland lag die Zahl bei knapp 1,2 Millionen. Betrachtet man die Verteilung nach Geschlecht, zeigt sich ebenfalls eine Differenz: Rund 4,3 Millionen Frauen und etwa 3,4 Millionen Männer sind von diesen niedrigen Stundenlöhnen betroffen.
Branchen mit besonders niedrigen Verdiensten
Vor allem in bestimmten Wirtschaftszweigen sind niedrige Löhne besonders verbreitet. Dazu zählen unter anderem das Gastgewerbe, Tätigkeiten in der Land- und Forstwirtschaft sowie Bereiche wie Kunst, Unterhaltung und Erholung. In diesen Branchen liegen die Einkommen häufig deutlich unter dem Durchschnitt.
Politische Kritik und Forderungen
Der Linken-Bundestagsabgeordnete Cem Ince, der die Anfrage gestellt hatte, äußerte sich kritisch zu den Zahlen. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erklärte er: „Der EU-Mindestlohnrichtlinie zufolge müssten Beschäftigte mindestens 15 Euro pro Stunde verdienen.“ Studien würden außerdem zeigen, dass der Mindestlohn deutlich über 16 Euro liegen müsste, „für ein Mindestmaß an echter Lebensqualität“. Weiter sagte er: „Kein Wunder, dass die Unzufriedenheit im Land groß ist, wenn Millionen Arbeiterinnen und Arbeiter weniger verdienen.“


