Personalmangel in Kitas: Warum gute Bildung für viele Kinder langsam zur Ausnahme wird
- Redaktion Mittagsmagazin

- vor 7 Tagen
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Eine aktuelle Auswertung zeigt: In deutschen Kindertagesstätten fehlt es massiv an qualifiziertem Personal. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Nur ein kleiner Teil der Einrichtungen ist personell so ausgestattet, dass Bildung, Betreuung und Erziehung auf einem guten Niveau für alle Kinder gewährleistet werden können. Lediglich rund jede siebte Kita erreicht die empfohlenen Standards. Ein weiteres knappes Viertel kommt zumindest auf etwas mehr als vier Fünftel der benötigten Fachkräfte. Gleichzeitig arbeitet etwa jede fünfte Einrichtung mit weniger als 60 Prozent der eigentlich vorgesehenen Personalausstattung.
Deutliche Unterschiede zwischen Ost und West
Besonders auffällig sind die regionalen Abweichungen. In den westlichen Bundesländern schafft es immerhin ein relevanter Anteil der Kitas, eine optimale Fachkraft-Kind-Relation zu erreichen. In Ostdeutschland hingegen gelingt das nur einem sehr kleinen Bruchteil der Einrichtungen. Trotz dieser Unterschiede ist die Lage insgesamt angespannt: Fachleute sehen bundesweit dringenden Handlungsbedarf.
Mehr Unterstützung für Kinder mit besonderem Bedarf
Eine bessere personelle Ausstattung der Teams gilt als zentrale Voraussetzung für eine gezielte Förderung. Das betrifft vor allem Kinder mit Behinderungen sowie Kinder, die mit einer anderen Familiensprache als Deutsch aufwachsen. Ohne zusätzliche Fachkräfte stoßen viele Kitas hier schnell an ihre Grenzen.
Politischer Kontext: Startchancen von Anfang an
Auslöser der Untersuchung ist das geplante Kita-Startchancen-Programm, das im Koalitionsvertrag von Union und SPD verankert wurde. Ziel ist es, die Teilhabechancen von Kindern mit erhöhtem pädagogischem Unterstützungsbedarf zu verbessern. Als Grundlage für eine gezielte Förderung schlagen die Bertelsmann Stiftung und das Österreichische Institut für Familienforschung eine spezielle Quote zur Personalausstattung vor.
So wurde gerechnet
Für diese Quote wurden die gängigen Empfehlungen zum Personalschlüssel – etwa eine Fachkraft für vier Kleinkinder beziehungsweise eine für neun ältere Kinder – mit aktuellen Daten aus der Kinder- und Jugendhilfestatistik kombiniert. Zusätzlich flossen extra Personalzeiten für Kinder mit Behinderungen oder geringen Deutschkenntnissen ein, angelehnt an Regelungen aus Niedersachsen und Bayern. Ziel ist es, den tatsächlichen Bedarf realistischer abzubilden und Fördermittel gezielter einsetzen zu können.


