Pionierin im All: Michaela Benthaus setzt mit ihrem Raumflug ein Zeichen für Inklusion
- Redaktion Mittagsmagazin

- 8. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Die Deutsche Michaela Benthaus, 33 Jahre alt und seit mehreren Jahren querschnittsgelähmt, steht kurz davor, als erste Person mit dieser Einschränkung ins Weltall zu reisen. Mehr dazu jetzt in unseren "Good News".
Mit ihrem Vorhaben möchte sie nicht nur persönliche Grenzen überwinden, sondern auch ein starkes Zeichen für eine inklusivere Zukunft setzen.
Mission mit Botschaft
Benthaus betont, dass ihr Flug mehr sei als ein einzelnes Abenteuer. "Aber ich glaube auch, dass es immer diese großen Ereignisse braucht, um den Fokus auf das Thema Behinderung auf der Erde zu lenken und da hoffentlich auch ein bisschen was bewegen zu können", erklärt die Ingenieurin, die bei der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa tätig ist. Sie hofft, dass ihr Einsatz Türen für Menschen mit Behinderung in der Raumfahrt weiter öffnet.
Kooperation mit Blue Origin
Auch wenn Benthaus für die Esa arbeitet, findet der bevorstehende Start unabhängig von der Raumfahrtbehörde statt. Die Reise erfolgt mit einer Rakete von Blue Origin, dem Raumfahrtunternehmen des Amazon-Gründers Jeff Bezos. Die Flüge bringen Passagiere für wenige Minuten bis an den Rand des Weltraums – etwa 100 Kilometer über der Erdoberfläche –, inklusive eines kurzen Moments der Schwerelosigkeit.
Diese Art von Missionen wird häufig kritisch gesehen, da sie als klimaschädlicher Luxus für Wohlhabende gelten. Benthaus sieht ihren Flug jedoch anders: "Ich sehe meinen Flug überhaupt nicht als Touristenflug, weil wir eben ja schon Wissenschaft machen", sagt sie der dpa. "Die Leute denken immer, man muss in dem Flug selber ein Experiment machen, aber in meinem Fall bin ich ja das Experiment und wir versuchen, etwas voranzutreiben und Grenzen zu verschieben."
Unterstützung an Bord
Während der Mission wird ein weiterer deutscher Ingenieur sie begleiten und in bestimmten Situationen unterstützen. Der genaue Startzeitpunkt in West Texas bleibt aus Sicherheitsgründen geheim. Angst hat Benthaus nicht – im Gegenteil: Sie beschreibt ihre Gefühle als „positiv aufgeregt“ und freut sich darauf, zu erleben, wie sich der Flug anfühlen wird und wie die Erde aus der Höhe erscheint.
Von „Star Wars“ zum echten Sternenhimmel
Benthaus’ Faszination für den Weltraum begann bereits in ihrer Kindheit, inspiriert durch „Star Wars“. Ein schwerer Mountainbike-Unfall im Jahr 2018 führte zu einer Lähmung ab der Brust, aber nicht davon ab, ihren Traum weiterzuverfolgen. Heute arbeitet sie als Ingenieurin bei der Esa – und bricht bald selbst in die Schwerelosigkeit auf.



