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PISA-Schock 2.0: Deutschlands Schüler erreichen einen neuen Tiefpunkt

vor 55 Minuten
2 Min. Lesezeit

Die aktuellen Ergebnisse der Bildungsstudie PISA zeichnen ein alarmierendes Bild für Deutschland. Besonders in den Bereichen Lesen und Mathematik erreichen viele Jugendliche nicht das notwendige Grundniveau. Auch bei den Naturwissenschaften sind die Defizite erheblich. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Rund ein Drittel der getesteten Schüler verfügt demnach weder beim Lesen noch in Mathematik über grundlegende Kompetenzen. In den Naturwissenschaften betrifft dies etwa ein Viertel. Besonders auffällig: Mehr als 20 Prozent der Jugendlichen erreichen in keinem der drei untersuchten Bereiche ein ausreichendes Basisniveau. Studienleiter Samuel Greiff warnt deshalb vor erheblichen Bildungsproblemen.


Erneuter Tiefstand nach früheren Reformen


An der Untersuchung beteiligten sich 2025 in Deutschland etwa 6.700 Jugendliche aus 250 Schulen. International wurden mehr als 760.000 Schüler getestet.


Die Entwicklung erinnert an den sogenannten PISA-Schock aus dem Jahr 2000. Damals hatte Deutschland ebenfalls sehr schwach abgeschnitten, woraufhin zahlreiche Reformen im Bildungsbereich angestoßen wurden. Nach einer Verbesserung der Ergebnisse in den 2000er-Jahren geht die Leistung nun jedoch erneut zurück – und erreicht sogar ein niedrigeres Niveau als damals.


Deutschland verliert den Anschluss an die Spitze


Trotz des deutlichen Leistungsrückgangs befindet sich Deutschland im internationalen Vergleich ungefähr auf dem Niveau des Durchschnitts der teilnehmenden OECD-Länder. Das Problem betrifft allerdings nicht nur Deutschland: Auch in zahlreichen anderen OECD-Staaten haben sich die Ergebnisse verschlechtert. Nach Einschätzung der Studienverantwortlichen ist der Rückgang hierzulande jedoch besonders ausgeprägt.


In 14 OECD-Ländern schnitten die Jugendlichen statistisch eindeutig besser ab als in Deutschland. Dazu gehören unter anderem Estland, Kanada, die Schweiz und Österreich. Die Niederlande und Frankreich erzielten hingegen ähnliche Ergebnisse. „Wir sind zwar nicht dramatisch abgehängt“, sagte Greiff der Deutschen Presse-Agentur. „Aber wir werden unserem eigenen Anspruch als Bildungsnation nicht gerecht. Wir spielen nicht mit unter den Top-Staaten.“


Soziale Herkunft bleibt entscheidend


Die Studie zeigt außerdem, wie stark der Bildungserfolg in Deutschland weiterhin von den familiären Lebensbedingungen beeinflusst wird. Im Vergleich zu anderen Ländern ist der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und schulischer Leistung besonders ausgeprägt.


Seit 2015 hat sich diese Ungleichheit sogar wieder verstärkt. Für sozial benachteiligte Jugendliche sind die Chancen, trotz schwieriger Ausgangslage besonders gute Leistungen zu erzielen, deutlich geringer.


„Der Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Status und dem Bildungserfolg ist in Deutschland etwa dreimal so stark wie in Kanada“, sagte Greiff. „In Deutschland sind nur zwei von 100 sozial benachteiligten Schülern leistungsstark. Unter sozial Privilegierten sind es 25 von 100.“

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