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Rente: DGB fordert verpflichtende Betriebsrente für alle Beschäftigten

  • vor 8 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Im Zuge der Diskussionen über die Zukunft des Rentensystems hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Einführung einer verpflichtenden betrieblichen Altersversorgung für sämtliche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer angeregt. Nach Ansicht der Gewerkschaften soll diese Form der Vorsorge flächendeckend etabliert und durch tarifvertragliche Regelungen organisiert werden. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Die Vorsitzende des DGB, Yasmin Fahimi, erklärte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), der Gewerkschaftsbund sei dafür, „dass es eine verpflichtende betriebliche Alterssicherung für alle gibt, und zwar mit uns als Tarifvertragsparteien“. Zudem betonte sie, dass dieses Modell die gesetzliche Rente ergänzen und von den Arbeitgebern zumindest teilweise finanziert werden müsse.


Millionen Beschäftigte bislang ohne zusätzliche Absicherung


Nach Angaben Fahimis verfügen derzeit rund 20 Millionen Erwerbstätige in Deutschland über keine betriebliche Altersvorsorge. Ursache dafür sei häufig die Beschäftigung in Unternehmen, die nicht an Tarifverträge gebunden sind.


Die Gewerkschaften seien bereit, „das kollektiv für alle Beschäftigten zu regeln, und zwar auf der Basis von Tarifverträgen“, sagte sie. Auch für Beschäftigte in nicht tarifgebundenen Betrieben sieht der DGB mögliche Lösungen. So sei es „denkbar, die Beschäftigten unter bestimmten Bedingungen niederschwellig in die bestehenden Modelle aufzunehmen“, erläuterte Fahimi.


Finanzierung noch offen


Details zum geplanten Modell sollen nach Angaben der DGB-Chefin erst zum Monatsende vorgestellt werden. Noch nicht entschieden sei, wie die Finanzierung im Einzelnen ausgestaltet werden soll.


Für Fahimi steht jedoch fest, dass die Arbeitgeber einen Beitrag leisten müssen. Die betriebliche Altersvorsorge dürfe „nicht einseitig zu Lasten der Arbeitnehmer gehen“. Deshalb sei es aus ihrer Sicht keine sinnvolle Lösung, ausschließlich die Beschäftigten zur Einzahlung zu verpflichten. „Deswegen würde es auch nichts nützen, die Beschäftigten dazu einseitig zu verpflichten und sie in die Arme der Versicherungswirtschaft zu treiben“, sagte Fahimi.


Verweis auf europäische Nachbarländer


Mit Blick auf mögliche Kritik aus Wirtschaft und Politik zeigte sich die DGB-Vorsitzende vorbereitet. Sie rechne damit, „dass da der Aufschrei groß sein wird und die Kritik kommt, dass noch mehr Beiträge fällig werden“.


Gleichzeitig verwies sie auf die Situation in anderen europäischen Staaten. Dort lägen die verpflichtenden Rentenbeiträge vielfach bei mindestens 20 Prozent und damit über dem deutschen Niveau. In zahlreichen Ländern trügen Arbeitgeber sogar einen größeren Anteil als die Beschäftigten selbst. Vor diesem Hintergrund verteidigte Fahimi den Vorstoß des DGB und erklärte: „Ganz irrsinnig kann dieser Ansatz also nicht sein“.

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