Seit Beginn der Messungen 1979: Weltmeere erreichen ungewöhnlich früh neuen Temperatur-Höchststand
- vor 2 Tagen
- 1 Min. Lesezeit
Die Ozeane haben einen neuen Temperaturrekord aufgestellt. Besonders ungewöhnlich ist dabei der Zeitpunkt: Normalerweise werden die höchsten globalen Meerestemperaturen im März oder April registriert, also nach dem Sommer auf der Südhalbkugel. Dieses Jahr wurde der Spitzenwert dagegen bereits im August erreicht. Mehr dazu in den Klima-News.
Am Samstag, dem 22. August, kletterte die durchschnittliche Temperatur der Meeresoberfläche weltweit auf 21,1 Grad Celsius. Damit wurde der bisherige Höchstwert von 21,09 Grad aus dem März 2024 knapp übertroffen.
Der aktuelle Rekord reiht sich in eine Serie außergewöhnlich warmer Monate ein. Bereits im bisherigen Jahresverlauf wurden mehrfach neue Höchstwerte oder Temperaturen nahe an früheren Rekorden festgestellt.
Folgen für Meere und Küsten
Die zunehmende Erwärmung der Ozeane könnte weitreichende Konsequenzen haben. Besonders betroffen sind marine Ökosysteme und Regionen an den Küsten. Gleichzeitig treten sogenannte marine Hitzewellen immer häufiger auf. Seit Beginn der 1990er Jahre hat sich ihre Zahl nach Angaben der Klimaforschung mehr als verdreifacht.
Einzelne Tageswerte sollten allerdings nicht isoliert betrachtet werden. Entscheidend sei die Entwicklung über einen längeren Zeitraum. Der neue Rekord passe jedoch zum langfristigen Erwärmungstrend der Ozeane und zur aktuellen Entwicklung rund um ein starkes El-Niño-Ereignis im tropischen Pazifik.
Wärmere Meere beeinflussen das Wetter
Die Erwärmung der Ozeane wirkt sich auch auf die Atmosphäre aus. Ein wärmeres Meer kann größere Mengen Wärme und Wasserdampf an die Luft abgeben. Dadurch können unter anderem intensivere Niederschläge und stärkere Stürme begünstigt werden.
Gleichzeitig könnte die Rolle der Meere als natürlicher Klimapuffer geschwächt werden. Steigende Wassertemperaturen beeinträchtigen die Fähigkeit des Ozeans, Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufzunehmen. Damit könnte ein wichtiger Mechanismus abgeschwächt werden, der bislang einen Teil der menschengemachten Erderwärmung abfedert.


