Hitzefolgen: Extremsommer verursacht Schäden in Milliardenhöhe
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Die außergewöhnlich hohen Temperaturen haben nach einer Analyse von Greenpeace erhebliche finanzielle Folgen für Deutschland. Die Umweltorganisation beziffert die wirtschaftlichen Schäden auf mindestens 36 Milliarden Euro. Das entspricht etwa 0,8 bis 0,9 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Besonders betroffen: Beschäftigte und Wälder
Den größten Anteil der Kosten sieht Greenpeace im Bereich der Arbeitswelt. Hohe Temperaturen beeinträchtigten dort die Leistungsfähigkeit und führten zu erheblichen wirtschaftlichen Einbußen.
Mit geschätzten 5 bis 7,5 Milliarden Euro schlagen außerdem die Schäden an den Wäldern zu Buche. Hinzu kommen rund 6,9 Milliarden Euro, die durch gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle entstehen.
Auch andere Wirtschaftsbereiche geraten unter Druck. Dazu zählen unter anderem die Landwirtschaft und die Binnenschifffahrt. Ernteverluste sowie der niedrige Wasserstand des Rheins führten bereits zu Einschränkungen im Gütertransport.
Grundlage der Berechnungen
Für die Einschätzung wertete Greenpeace unterschiedliche Daten aus. Berücksichtigt wurden unter anderem Angaben zu hitzebedingten Todesfällen, Einkommen, Pegelständen von Flüssen und Ernteerträgen.
Da nicht für alle Bereiche aktuelle Tagesdaten verfügbar waren, griff die Organisation teilweise auf Erkenntnisse aus dem Dürresommer 2018 zurück. „Ziel ist daher weniger der Anspruch einer punktgenauen Kostenschätzung, als vielmehr eine belastbare Abschätzung der Größenordnung der Schäden des Extremsommers“, heißt es.
Viele Folgekosten noch nicht erfasst
Nach Ansicht von Greenpeace dürfte die tatsächliche Schadenssumme noch deutlich höher liegen. Bestimmte Auswirkungen lassen sich bislang kaum beziffern. Dazu gehören beispielsweise mögliche Probleme bei der Energieversorgung durch fehlendes Kühlwasser sowie gesundheitliche Belastungen infolge höherer Ozon- und Feinstaubwerte.
„Die wahren Kosten von Extremwetterereignissen wie diesem Hitzesommer liegen weit über unseren Berechnungen“, sagte Greenpeace-Finanzexperte Mauricio Vargas. Er verlangte von der Bundesregierung, bei ihrer Kabinettsklausur am Dienstag und Mittwoch „mit dem gebotenen Ernst auf die Klimakrise“ zu reagieren.
Streit über Konsequenzen der Klimakrise
Unterdessen wird auch über politische Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels diskutiert. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hatte zuletzt vorgeschlagen, die Klimaanpassung im Grundgesetz als gemeinsame Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen festzuschreiben.
CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann wies diesen Vorschlag zurück. „Ich habe mich darüber geärgert, das ist wohlfeil“, sagte sie der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Ihrer Ansicht nach existierten bereits umfangreiche Fördermöglichkeiten über den Klima- und Transformationsfonds. Eine Änderung des Grundgesetzes sei deshalb nicht notwendig.


