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Start-up-Boom: Die Deutschen gründen so viele Firmen, wie lange nicht mehr

Die deutsche Start-up-Szene hat zuletzt deutlich an Dynamik gewonnen. Noch nie zuvor wurden hierzulande so viele neue Wachstumsunternehmen gegründet wie im vergangenen Jahr. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Insgesamt gingen 3.568 Start-ups an den Start – ein Plus von 29 Prozent gegenüber 2024. Das geht aus einer Auswertung des Startup-Verbands hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.


Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) wertete die Entwicklung als positives Signal zum Jahresanfang. Sie verwies darauf, dass die Bundesregierung die Rahmenbedingungen gezielt verbessere: mehr Zugang zu Wagniskapital, weniger bürokratische Hürden, bessere Talentgewinnung und ein eng verzahntes Start-up-Ökosystem.


Wachstum fast überall – starke Regionen im Fokus


Der Zuwachs an Neugründungen zeigte sich nahezu flächendeckend in Deutschland. Besonders viele neue Start-ups entstanden erneut in Berlin: 619 Gründungen bedeuten dort ein Plus von 24 Prozent. München folgt mit 290 neuen Unternehmen.


Noch stärker fiel das Wachstum allerdings in anderen Bundesländern aus. Bayern legte um 46 Prozent zu, Nordrhein-Westfalen um 33 Prozent und Sachsen sogar um 56 Prozent. Betrachtet man die Zahl der Gründungen pro Einwohner, führt München die Rangliste an – vor Berlin und Düsseldorf. Laut Studie unterstreicht das die zentrale Rolle von Forschung, Wissenschaft und Technologie für den Erfolg der Szene.


Künstliche Intelligenz als Treiber neuer Geschäftsmodelle


Ein zentrales Thema der aktuellen Gründungswelle ist künstliche Intelligenz. Mehr als jedes vierte neu gegründete Start-up (27 Prozent) setzt KI als wesentlichen Bestandteil seines Geschäftsmodells ein. Die Untersuchung entstand in Zusammenarbeit mit dem Analyseunternehmen startupdetector.


Besonders viele neue Firmen wurden im Software-Segment gezählt: 853 Gründungen entfielen allein auf diesen Bereich. Arnas Bräutigam, Co-Gründer von startupdetector, sieht KI längst als Querschnittstechnologie:„Wir sehen KI immer häufiger dort, wo konkrete Probleme gelöst werden – von Software über Medizin bis hin zu industriellen Anwendungen wird sie das Fundament neuer Geschäftsmodelle.“


Krise als Gründungsanreiz – Kapitalmarkt zieht wieder an


Neben technologischen Trends dürfte auch die angespannte wirtschaftliche Lage ein Faktor für den Gründungsboom sein. In Phasen schwacher Konjunktur wagen viele Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit, weil sich klassische Jobperspektiven verschlechtern.


Zudem hat sich die Finanzierungssituation zuletzt etwas entspannt. Nach Angaben der Förderbank KfW konnten Start-ups wieder leichter Kapital von Investoren einwerben. Allein im vierten Quartal 2025 flossen rund zwei Milliarden Euro an Wagniskapital.

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