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"Streaming killed the Video-Star": MTV Deutschland ab 2026 ohne Musik

  • 29. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Am frühen Morgen des 1. Januar 2026 endet eine Ära: Auf MTV läuft zum letzten Mal ein Musikvideo. Danach endet das, was einst als große Innovation begann. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Von der Vision zur Wirklichkeit


Mit dem Startschuss am 1. August 1981 begann eine neue Form des Musikkonsums. Plötzlich konnte man Songs nicht nur hören, sondern auch sehen – ein völlig neuer Zugang zu Künstlern, deren Videos rund um die Uhr über die Bildschirme flimmerten. Musikerinnen und Musiker erhielten eine zusätzliche Bühne, eine Möglichkeit, ihr künstlerisches Selbst zu inszenieren. Nun wird dieser Ära der Strom abgedreht.


MTV in Deutschland: Aufstieg, Wandel und Rückzug


Als MTV 1997 hierzulande unter dem Namen MTV Central startete, ergänzte der Sender das bereits bestehende MTV Europe. In einer Zeit, in der YouTube noch nicht existierte und Musikvideos ohne Fernseher kaum zugänglich waren, wurde MTV zu einer festen Größe. Die Konkurrenz mit Viva prägte die Anfangsjahre, bis MTVs damalige Mutterfirma Viacom schließlich Viva übernahm.


Über die Jahre entstanden eigene Formate, Shows und Moderationsflächen – ein Markenzeichen des Senders. Zwischenzeitlich verschwand MTV hinter einer Paywall (2011–2017), heute ist es wieder frei zu empfangen, allerdings mit völlig verändertem Fokus.


Neues Programm, mehr Reality


Statt Musikvideos dominieren nun Reality-TV, Script-Dokus und Clipshows. Für den Januar sind Formate wie "Caught in the Act: Unfaithful", "Help! I'm in a Secret Relationship!", "Ex on the Beach US", "Germany Shore", "Geordie Shore" und neu "Aussie Shore" vorgesehen.


Auch wiederkehrende Formate wie "Ridiculousness", "Teen Mom", "Catfish: The TV Show" sowie diverse Tattoo-Shows bestimmen das Bild. Musik rückt endgültig in den Hintergrund.


Das Vermächtnis verblasst


Was mit dem Clip „Video killed the Radio Star“ begann, endet nun in Ernüchterung. Fans und frühere Moderatorinnen und Moderatoren reagieren enttäuscht. Laut der Film- und Medienwissenschaftlerin Kirsty Fairclough sei die ursprüngliche Identität des Senders längst verschwunden. „Alles, was den Sender einst ‚revolutionär‘ gemacht habe, existiere nicht mehr.“


Plattformen wie YouTube und TikTok, so Fairclough weiter, hätten die Sehgewohnheiten verändert: Sie hätten „die Art und Weise, wie wir mit Musik und Bildern umgehen, völlig verändert“. Das Publikum erwarte heute „Unmittelbarkeit“ und „Interaktivität“. Beides könne klassisches Musikfernsehen nicht leisten, erklärt die Expertin für Populärkultur.

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