Bundeshaushalt 2027: Rekordverschuldung und umfangreiche Sparmaßnahmen geplant
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Für den Bundeshaushalt des Jahres 2027 sieht die Bundesregierung eine außergewöhnlich hohe Neuverschuldung vor. Nach dem aktuellen Haushaltsentwurf, der dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt, beläuft sich das geplante Kreditvolumen auf insgesamt 203,7 Milliarden Euro. Damit wäre dies der zweithöchste Schuldenstand, den der Bund jemals in einem Haushaltsjahr eingeplant hat. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Der Entwurf soll am Montag im Rahmen einer Kabinettssitzung beschlossen werden. Im regulären Bundeshaushalt sind Ausgaben von 555,4 Milliarden Euro vorgesehen. Gleichzeitig ist eine Nettokreditaufnahme von 118,7 Milliarden Euro eingeplant. Die Differenz zur Gesamtschuld ergibt sich aus zusätzlichen Krediten, die über die Sondervermögen für die Bundeswehr sowie für Infrastrukturmaßnahmen finanziert werden. Gegenüber den Ende April vorgestellten Eckwerten fällt die geplante Neuverschuldung damit nochmals höher aus.
Mehr Geld für Verteidigung und Investitionen
Ein wesentlicher Schwerpunkt des Haushalts liegt auf der Verteidigung. Die Ausgaben in diesem Bereich sollen im Jahr 2027 auf rund 109,7 Milliarden Euro anwachsen. Ziel der Bundesregierung ist es, die NATO-Vorgabe schrittweise zu erfüllen und die Verteidigungsausgaben bis 2029 auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) anzuheben.
Parallel dazu plant der Bund umfangreiche Investitionen. Insgesamt sollen 117,5 Milliarden Euro in Infrastruktur, Klimaschutz und weitere Zukunftsprojekte fließen. Die Mittel stammen sowohl aus dem Kernhaushalt als auch aus dem Sondervermögen Infrastruktur und dem Klima- und Transformationsfonds.
Schulden und Zinskosten steigen weiter
Auch über das Jahr 2027 hinaus rechnet die Finanzplanung mit einer hohen Kreditaufnahme. Bis zum Jahr 2030 soll die jährliche Gesamtverschuldung auf 219,5 Milliarden Euro anwachsen.
Mit der steigenden Verschuldung erhöhen sich auch die Zinslasten deutlich. Während für 2027 noch 41,9 Milliarden Euro an Zinsausgaben kalkuliert werden, könnten diese bis 2030 auf 80,7 Milliarden Euro steigen und sich damit nahezu verdoppeln.
Geplante Maßnahmen zur Entlastung des Haushalts
Um den Bundeshaushalt langfristig zu stabilisieren, sieht die Bundesregierung mehrere Einsparungen und zusätzliche Einnahmequellen vor:
Kürzungen bei Finanzhilfen aus dem Klima- und Transformationsfonds.
Absenkung des Bundeszuschusses zur Rentenversicherung um rund eine Milliarde Euro.
Anhebung der Alkoholsteuer um 20 Prozent.
Weitere Erhöhung der Tabaksteuer.
Einführung einer Plastiksteuer.
Reform der Besteuerung von Kryptowerten.

