Wehrbericht zeigt: Das sind die Probleme der Bundeswehr
- 3. März
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Baufällige Unterkünfte, schleppende Modernisierung in IT-Fragen und Nachwuchskräfte mit Defiziten bei der körperlichen Eignung – die deutschen Streitkräfte stehen vor einer ganzen Reihe struktureller Herausforderungen. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Vor dem Hintergrund einer angespannten sicherheitspolitischen Lage fordert der neue Wehrbeauftragte des Parlaments, Henning Otte, eine rasche personelle Neuaufstellung.
Zielmarke: Deutlich mehr Kräfte bis 2035
In seinem Jahresbericht 2025, der am Donnerstag vorgestellt wurde, skizziert Otte ehrgeizige Vorgaben: Bis zur Mitte der 2030er-Jahre soll die Truppenstärke auf 260.000 aktive Soldat:innen anwachsen, ergänzt um 200.000 Reservist:innen. Dieses Ziel sei nur erreichbar, wenn das geplante neue Wehrdienstmodell tatsächlich greife und ausreichend Freiwillige gewonnen würden.
Gleichzeitig betont Otte die Erwartungshaltung der Bevölkerung. Die Streitkräfte müssten ihre Aufgaben zuverlässig erfüllen können. „Damit dies auch künftig auf hohem Niveau gelingt, braucht sie verlässliche Rahmenbedingungen und vor allem mehr Personal“, erklärte Otte. Reiche das Prinzip der Freiwilligkeit nicht aus, müsse als Konsequenz auch die Wiedereinführung der Wehrpflicht geprüft werden.
Zunehmende Sicherheitsvorfälle im Inland
Neben der Personalfrage verweist der Bericht auf eine steigende Zahl sicherheitsrelevanter Delikte gegen Einrichtungen der Bundeswehr innerhalb Deutschlands. Insgesamt 112 Straftaten wurden erfasst, darunter sechs Brandanschläge sowie zehn Fälle von Sabotage.
Rolle des Wehrbeauftragten
Der Wehrbeauftragte handelt im Auftrag des Bundestages und überwacht die Streitkräfte parlamentarisch. Darüber hinaus wird er traditionell als „Anwalt der Soldat:innen“ verstanden. Angehörige der Bundeswehr können sich mit ihren Anliegen unmittelbar und ohne Einhaltung des Dienstwegs an ihn wenden.


