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Wehrdienst: Zahl der Wehrdienstverweigerer steigt deutlich an

Die Zahl der Menschen, die den Wehrdienst aus Gewissensgründen ablehnen, hat im letzten Jahr stark zugenommen. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Beim zuständigen Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben gingen insgesamt 3.867 Anträge ein. Damit lag die Zahl um fast drei Viertel höher als im Jahr davor. Ein Jahr zuvor waren noch 2.249 entsprechende Anträge registriert worden.


Auffälliger Anstieg zum Jahresende


Besonders markant war die Entwicklung im Dezember. In diesem Monat allein wurden 371 Anträge gestellt. Hintergrund war die Verabschiedung des Wehrdienstmodernisierungsgesetzes im Bundestag. Die hohe Zahl der Schreiben in nur vier Wochen übertraf nahezu die Gesamtzahl der Anträge aus dem gesamten Jahr 2021.


Neue Regelungen zur Musterung


Politisch haben sich Union und SPD darauf verständigt, künftig alle männlichen Jugendlichen des Jahrgangs 2008 verpflichtend zur Musterung einzuladen. Ziel ist es, einen besseren Überblick über das potenzielle Personal für die Bundeswehr zu erhalten.


Option einer verpflichtenden Einberufung


Sollten die angestrebten Zahlen freiwilliger Wehrdienstleistender nicht erreicht werden, behält sich der Bundestag weitere Schritte vor. Dazu zählt eine sogenannte Bedarfswehrpflicht, bei der im Zweifel ein Losverfahren entscheiden könnte, wer einberufen wird.


Rückkehr der allgemeinen Wehrpflicht im Ernstfall


Kommt es zu einem Spannungs- oder Verteidigungsfall, kann die allgemeine Wehrpflicht automatisch wieder gelten. Voraussetzung dafür ist ein entsprechender Beschluss des Bundestages mit einer Zweidrittelmehrheit.

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