Weiße Weihnachten: Warum Schnee zum Fest immer seltener wird
- Redaktion Mittagsmagazin

- 22. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Viele verbinden das Fest mit funkelnden Lichtern am Baum und einer geschlossenen Schneedecke vor dem Fenster. Doch dieses Bild passt immer seltener zur Realität. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Statt frostiger Kälte dominieren milde Temperaturen, und selbst wenn Schnee fällt, verschwindet er oft schneller, als er gekommen ist.
Deutlich geringere Chancen auf Schnee
Ein Blick auf langfristige Wetterdaten zeigt einen klaren Trend: Die Wahrscheinlichkeit für durchgehend schneebedeckte Weihnachtstage ist in Deutschland stark zurückgegangen. Vergleicht man die Zeiträume von 1961–1990 mit 1991–2020, hat sich die Chance auf sogenannte Weiße Weihnachten im bundesweiten Mittel um mehr als die Hälfte verringert.
Besonders stark betroffen ist der Süden. In München lag die Wahrscheinlichkeit früher noch bei etwa einem Drittel, heute erreicht sie nicht einmal mehr die 15-Prozent-Marke. In Freiburg ist der Rückgang noch drastischer: von knapp 17 Prozent auf unter fünf Prozent.
Seltene Ausnahmen in der Vergangenheit
Flächendeckend verschneite Weihnachtstage sind ohnehin eine Ausnahmeerscheinung. Zuletzt trat dieses Phänomen im Jahr 2010 auf. Damals war der Schnee am Morgen des 24. Dezembers zunächst noch unvollständig, doch bis zum Abend sorgten neue Schneefälle für eine geschlossene Schneedecke im ganzen Land.
Seit den 1960er-Jahren kam es insgesamt nur viermal zu solch weit verbreiteten Weißen Weihnachten: 1962, 1969, 1981 und eben 2010.
Warum Schnee zu Weihnachten selten ist
Auch unabhängig vom Klimawandel waren verschneite Festtage nie besonders häufig. Rund um Weihnachten tritt oft eine milde Wetterphase auf, die Fachleute als „Weihnachtstauwetter“ bezeichnen. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Singularität – also eine Wetterlage, die zu einer bestimmten Jahreszeit vergleichsweise regelmäßig vorkommt.
Zu diesen Singularitäten zählen auch bekannte Phänomene wie die Eisheiligen im Mai, die Schafskälte im Juni oder der Altweibersommer im Frühherbst. Um den 24. Dezember herum sorgen mildere Temperaturen häufig dafür, dass Schnee gar nicht erst liegen bleibt oder rasch wieder taut.



