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Weniger Zuversicht: Warum der Kinderwunsch junger Menschen in Deutschland sinkt

  • vor 1 Stunde
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Junge Menschen in Deutschland planen einer aktuellen Untersuchung zufolge wieder seltener eine größere Familie. Mehr dazu jetzt in den "Besser Leben News".


Nach Angaben des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) ist der durchschnittliche Kinderwunsch erstmals seit mehreren Jahren zurückgegangen. Frauen im Alter von 18 bis 39 Jahren wünschen sich demnach durchschnittlich etwa 1,7 Kinder, während Männer auf rund 1,6 Kinder kommen.


Krisen und Sorgen beeinflussen Zukunftspläne


Als eine mögliche Ursache für die veränderten Vorstellungen nennt die Untersuchung die „vielfältigen Krisenerfahrungen der vergangenen Jahre“. Viele junge Erwachsene blicken offenbar mit Unsicherheit auf die kommenden Jahre.


Besonders stark ausgeprägt ist die Angst vor kriegerischen Konflikten. Mehr als 40 Prozent der Befragten erklärten, deswegen sehr besorgt zu sein. Gleichzeitig hat auch die Befürchtung zugenommen, dass demokratische Strukturen geschwächt werden könnten. Darüber hinaus beschäftigen viele Menschen weiterhin Themen wie der Klimawandel und mögliche wirtschaftliche Krisen.


Wohnraum und berufliche Perspektiven als weitere Faktoren


Nicht nur gesellschaftliche Entwicklungen, sondern auch die persönlichen Lebensumstände können die Entscheidung für oder gegen Kinder beeinflussen. So bewerten zahlreiche Befragte die Bedingungen in ihrer Region kritisch. Vor allem das verfügbare Wohnungsangebot sowie berufliche Chancen und Verdienstmöglichkeiten werden als problematisch wahrgenommen.


Familienpolitik allein reicht nicht aus


Aus Sicht des BiB zeigen die Ergebnisse, dass finanzielle oder familienpolitische Maßnahmen allein möglicherweise nicht genügen, um den Abstand zwischen gewünschter und tatsächlich realisierter Kinderzahl zu verkleinern. „Entscheidend ist auch, ob junge Menschen mit Zuversicht auf ihre persönliche und gesellschaftliche Zukunft blicken“, erklärte BiB-Forschungsdirektor Bujard, „Politik, Medien und gesellschaftliche Institutionen prägen solche Zukunftserwartungen mit.“


Geburtenrate auf niedrigstem Stand seit Jahrzehnten


Parallel zur Entwicklung beim Kinderwunsch ist auch die tatsächliche Geburtenrate zuletzt deutlich zurückgegangen. Nach Daten des Statistischen Bundesamts lag sie im vergangenen Jahr bei durchschnittlich 1,32 Kindern je Frau. Damit wurde der niedrigste Wert seit 1997 erreicht. Die Untersuchung des Bundesinstituts basiert auf dem familiendemografischen Panel Freda. Im Rahmen dieser Studie werden in Deutschland zweimal jährlich Erwachsene im Alter von 18 bis 55 Jahren zu verschiedenen Themen rund um Familie und Lebensplanung befragt.

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