Weniger Zuzüge: Deutschland verzeichnet deutlichen Rückgang bei der Einwanderung
Deutschland verzeichnete im zurückliegenden Jahr einen deutlichen Rückgang bei den Einwanderungszahlen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kamen rund 1,48 Millionen Menschen neu ins Bundesgebiet. Damit lag die Zahl der Zuzüge um etwa 210.000 Personen beziehungsweise 13 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Abgesehen von den Pandemiejahren 2020 und 2021, in denen die internationale Mobilität stark eingeschränkt war, wurde zuletzt im Jahr 2014 ein vergleichbar niedriger Wert registriert.
Rückläufige Zuwanderung aus wichtigen Herkunftsländern
Für die Entwicklung machen die Statistikerinnen und Statistiker vor allem eine geringere Nettozuwanderung aus den wichtigsten Herkunftsländern von Asylsuchenden verantwortlich. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Menschen aus Syrien aus: Der Überschuss der Zuzüge gegenüber den Fortzügen verringerte sich auf rund 25.000 Personen und lag damit nur noch bei etwa einem Drittel des Vorjahreswertes.
Auch bei Staatsangehörigen der Türkei sowie Afghanistans zeigte sich ein ähnlicher Trend. In beiden Gruppen sank die Nettozuwanderung um 41 Prozent auf 24.000 beziehungsweise 19.000 Personen. Bei Menschen aus der Ukraine wurde ebenfalls ein Rückgang festgestellt; hier verringerte sich der Wanderungsüberschuss um 21 Prozent auf 96.000 Personen.
Entwicklung innerhalb der Europäischen Union
Nicht nur aus Drittstaaten, sondern auch aus den Mitgliedsländern der Europäischen Union kamen unter dem Strich weniger Menschen nach Deutschland. Die Statistik weist erstmals einen negativen Wanderungssaldo gegenüber den EU-Staaten aus: Rund 54.000 Personen mehr verließen Deutschland in Richtung anderer EU-Länder, als aus diesen nach Deutschland zogen.
Mehr Deutsche ziehen ins Ausland
Auch bei deutschen Staatsangehörigen setzte sich der Trend zur Auswanderung fort. Im vergangenen Jahr standen etwa 97.000 Fortzügen ins Ausland weniger Rückkehrerinnen und Rückkehrer gegenüber. Im Jahr zuvor hatte dieser Wanderungsverlust noch bei rund 81.000 Personen gelegen.
Zu den beliebtesten Zielländern deutscher Auswanderinnen und Auswanderer gehörten die Schweiz mit etwa 23.000 Fortzügen, Österreich mit rund 14.000 sowie Spanien mit etwa 10.000 Wegzügen.
Kaum Veränderungen bei Umzügen innerhalb Deutschlands
Während die internationale Migration deutlich zurückging, blieb die Mobilität innerhalb Deutschlands weitgehend stabil. Die Zahl der Umzüge über die Grenzen der Bundesländer hinweg verringerte sich lediglich geringfügig. Insgesamt wurden rund 996.000 solcher Wohnortwechsel erfasst, was einem Rückgang von etwa 8.000 Fällen beziehungsweise einem Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

