Wenn Urlaub plötzlich krank macht: Wie Leisure Sickness uns und unsere Kinder an freien Tagen erwischt
- vor 9 Stunden
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Kennst du das Gefühl, dass man genau dann krank wird, wenn man frei hat? Dieses seltsame Phänomen trägt einen eigenen Namen: Leisure Sickness.
Mehr dazu heute in #MOMMYTIME.
Es beschreibt Situationen, in denen Erkältungen, Müdigkeit oder andere Beschwerden auffällig oft an Wochenenden, Feiertagen oder zu Beginn des Urlaubs auftreten. Und nicht nur Erwachsene sind betroffen – auch Kinder zeigen diese Symptome besonders häufig an freien Tagen.
Warum der Körper oft erst in Ruhe nachgibt
Unter der Woche läuft unser Alltag wie auf Autopilot: Schule, Kita, Job, Termine, Haushalt – alles auf einmal. In dieser Phase ignoriert der Körper kleinere Signale: ein Kratzen im Hals, leichte Müdigkeit, Spannung im Nacken. Sobald die Belastung nachlässt und Ruhe einkehrt, holt das Immunsystem alles nach, was es zuvor unterdrückt hat.
Manche beschreiben es wie einen Schalter: Solange Adrenalin und Pflichten tragen, hält man durch. Kommt die Entspannung, fällt der Körper in sich zusammen. Dieses Timing hat nichts mit Einbildung zu tun – Stress verdeckt oft nur die Frühwarnzeichen.
Kinder und das Wochenend-Phänomen
Auch Kinder sind keine Ausnahme. Sie bringen in der Woche Infekte aus Kita oder Schule mit, doch die Symptome zeigen sich häufig erst, wenn sie zu Hause sind. In der Woche wird viel Reizüberflutung verarbeitet – Lärm, Gruppenaktivitäten, Regeln – und zu Hause kann das Kind loslassen.
Ein weiterer Faktor ist die Müdigkeit: Über die Woche sammeln sich Schlafdefizit und Stress an, das Immunsystem wird anfälliger. Und der „Familien-Effekt“ sorgt dafür, dass oft nicht nur ein Kind krank wird, sondern schnell mehrere Familienmitglieder betroffen sind – durch Nähe, gemeinsame Pflege und wenig Schlaf.
Strategien für erholsame, gesunde freie Tage
Du kannst Krankheiten nicht immer verhindern, aber du kannst den Übergang zur Freizeit sanfter gestalten und frühzeitig Signale ernst nehmen. Hier einige bewährte Tipps:
Freitag entschleunigen: Plane nicht alles auf den letzten Arbeitstag. Ein ruhiger Ausklang senkt Stress bei Erwachsenen und Kindern.
Regelmäßiger Schlaf: Schon etwas früher ins Bett gehen hilft mehr als einmaliges Ausschlafen am Wochenende.
Wochenendpläne reduzieren: Ein Ausflug oder Programmpunkt pro Tag reicht oft – Erholung braucht Luft, nicht Action.
Frühe Symptome beachten: Kratzen im Hals, ungewöhnliche Müdigkeit oder schlapp wirkende Kinder ernst nehmen.
Alltagsvorsorge: Regelmäßig essen, trinken, lüften, Hände waschen – nicht aus Panik, sondern als vorbeugende Routine.
Den Rhythmus überdenken
Wenn Leisure Sickness bei euch regelmäßig auftritt – jedes zweite Wochenende oder immer zu Urlaubsbeginn – ist das ein Signal: Unter der Woche ist die Belastung zu hoch und Erholung kommt zu kurz. Dann lohnt es sich, nicht nur die einzelne Erkältung zu betrachten, sondern den gesamten Rhythmus: Wo kann der Alltag entspannter gestaltet werden? Weniger eng getaktete Tage helfen, dass Freizeit endlich wieder wirklich erholsam ist.



