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Alexej Nawalny: Neue Analysen werfen Russland Mord mit Nervengift vor

  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

Der vor zwei Jahren in einem russischen Gefängnis verstorbene Kremlkritiker Alexej Nawalny soll nach aktuellen Einschätzungen durch ein hochwirksames Nervengift ums Leben gekommen sein. Zu diesem Schluss kommen mehrere Analysen. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Der deutsche Außenminister Johann Wadephul sowie Amtskolleg:innen aus Großbritannien, Schweden und den Niederlanden machen Russland für den Tod verantwortlich. Ihrer Darstellung nach sei der Oppositionelle gezielt getötet worden.


Die Stimme der Witwe


Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz meldete sich die Witwe des Verstorbenen, Julia Nawalnaja, zu Wort. Sie erklärte, es gebe nun den Beweis, dass Kremlchef Wladimir Putin ein Mörder sei. Bereits vor fast genau zwei Jahren hatte sie bei einem viel beachteten Auftritt auf derselben Konferenz angesichts der ersten Berichte über den Tod ihres Mannes dazu aufgerufen, sich dem russischen Machtapparat entgegenzustellen.


Das mutmaßliche Gift


Im Mittelpunkt der neuen Untersuchungen steht Epibatidin – ein extrem starkes Neurotoxin. Die Substanz gehört zur Gruppe der Alkaloide und wurde ursprünglich im Hautsekret bestimmter Pfeilgiftfrösche entdeckt. Heute kann der Stoff synthetisch im Labor hergestellt werden.


Schwere Vorwürfe des Außenministers


„Niemand außer Putins Schergen wird uns sagen können, wie dieser 16. Februar 2024 in der russischen Strafkolonie im Einzelnen abgelaufen ist“, sagte Wadephul. „Klar ist: Die russischen Behörden hatten die Möglichkeit, das Motiv und die Mittel, Nawalny das Gift zu verabreichen.“ Er erinnerte daran, dass der Oppositionelle bereits früher Opfer eines Giftanschlags geworden war. Damals wurde er in der Charité – Universitätsmedizin Berlin behandelt, kehrte jedoch später trotz der Gefahren nach Russland zurück.


Zum zweiten Jahrestag seines Todes sprach Wadephul von einem schweren Verlust für all jene – besonders innerhalb Russlands –, die weiterhin auf Freiheit und Rechtsstaatlichkeit hoffen. „Putin tritt Völkerrecht und Menschlichkeit nicht nur in der Ukraine jeden Tag mit Füßen.“ Die Vergiftung müsse Konsequenzen nach sich ziehen, forderte der Minister. Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) solle sich mit dem Fall befassen.

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