Studie zeigt: Etwa 350.000 Kinder und Jugendliche von Social-Media-Sucht betroffen
- vor 28 Minuten
- 2 Min. Lesezeit
Eine aktuelle Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass mehr als jedes vierte Kind beziehungsweise jede:r vierte Jugendliche soziale Netzwerke in einem problematischen oder sogar suchtähnlichen Umfang verwendet. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Neue Auswertungen der DAK-Gesundheit, die der Deutsche Presse-Agentur vorliegen, weisen zudem auf eine wachsende Tendenz hin.
Zunahme riskanter Nutzung
Im Herbst des vergangenen Jahres zeigten 21,5 Prozent der Befragten ein riskantes Verhalten im Umgang mit sozialen Medien. Zum Vergleich: Im September/Oktober 2024 lag dieser Wert noch bei 21,1 Prozent. Auch beim Konsum von Online-Videos wurde ein deutlicher Anstieg festgestellt. Hier kletterte der Anteil riskanter Nutzung von 13,4 Prozent im Vorjahr auf nun 21,4 Prozent.
Wenn Nutzung zur Sucht wird
Als pathologisch – also im Sinne einer Abhängigkeit – gelten laut Erhebung 6,6 Prozent der jungen Menschen im Bereich sozialer Medien. Beim exzessiven Videokonsum sind es 4 Prozent. Hochgerechnet betrifft eine krankhafte Nutzung sozialer Netzwerke rund 350.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland. Von einer Abhängigkeit sprechen Fachleute, wenn Betroffene deutlich länger online bleiben als beabsichtigt und sich daraus spürbare Nachteile ergeben. Typische Folgen sind etwa Verspätungen in der Schule, schlechtere Leistungen oder anhaltende Schlafprobleme. Häufig geht dies mit einem Verlust der Selbstkontrolle einher. Eine riskante Nutzung beschreibt dagegen ein sehr intensives Verhalten, das jedoch noch nicht dauerhaft suchtähnliche Strukturen angenommen hat.
Politische Diskussion über Altersgrenzen
In der Politik wird angesichts der Zahlen über strengere Regeln diskutiert. Aus der SPD kam der Vorschlag, soziale Medien für Kinder unter 14 Jahren grundsätzlich zu untersagen. Außerdem soll auf einem kommenden Parteitag der CDU über einen Antrag beraten werden, der ein gesetzlich festgelegtes Mindestalter von 16 Jahren für Plattformen wie TikTok, Instagram und Facebook vorsieht. Geplant ist dabei auch eine verpflichtende Alterskontrolle.
Langfristige Forschung seit 2019
Die Ergebnisse stammen aus einer fortlaufenden Studienreihe, die 2019 gestartet wurde. Sie wird gemeinsam von der DAK-Gesundheit und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf durchgeführt. Für die aktuelle Auswertung wurden 1.005 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren sowie jeweils ein Elternteil befragt.



