Allein spielen lernen: Warum selbstständige Spielzeiten Kinder stark, selbstbewusst und konzentriert machen
- Redaktion Mittagsmagazin

- 25. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Schon Babys beherrschen die Kunst, sich selbst zu beschäftigen. Doch diese Fähigkeit kann verloren gehen, wenn Erwachsene ihre Kinder ständig unterhalten und jede Minute ausfüllen.
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Umgekehrt quälen sich manche Eltern mit schlechtem Gewissen, weil sie selten bewusst Zeit mit ihren Kleinen verbringen. Dabei kann selbstständiges Spielen enorme Vorteile haben – für Selbstbewusstsein, Konzentration und die Freude am Entdecken.
Die Bedeutung von Allein-Zeit
Eltern beobachten oft, wie ihr Einjähriger still auf dem Boden sitzt und scheinbar „nichts tut“ – vielleicht starrt er auf eine Fliege an der Wand oder untersucht ein Krabbeltier. Schnell meldet sich das schlechte Gewissen: „Ich sollte mich jetzt beschäftigen!“ Doch genau diese Momente sind wertvoll. Das Kind lernt, sich selbst zu unterhalten, stärkt sein Selbstwertgefühl und trainiert seine Aufmerksamkeit – eine wichtige Grundlage für späteres Lernen.
Schon ab dem dritten bis vierten Lebensmonat können Eltern das selbstständige Spiel gezielt unterstützen, ohne es zu stören.
Sechs Tipps für erfolgreiches Allein-Spiel
1. Das Kind einfach machen lassen
Unterbrich dein Kind nicht, wenn es gerade vertieft spielt. Selbst Babys haben Phasen, in denen sie allein zufrieden sind – sei es durch Brabbeln, Handspielchen oder das Beobachten der Umgebung.
Tipp: Lege bunte Rasseln, kleine Spiegel oder Kuscheltiere in Reichweite. So kann dein Kind länger selbstständig beschäftigt bleiben.
2. Eine anregende Spielumgebung gestalten
Ein Baby auf einer Decke profitiert von greifbaren, interessanten Spielzeugen. Krabbel- oder lauffreudige Kinder benötigen sichere Bereiche mit Polstern, Bauklötzen oder Objekten, die auseinander- und zusammengebaut werden können.
Tipp: Die Spielsachen nur während der Allein-Spielzeit anbieten – danach wieder wegräumen, um die Neugier zu bewahren.
3. Regelmäßige Allein-Spielzeiten etablieren
Kleine Kinder lernen besonders gut, sich selbst zu beschäftigen, wenn sie feste Zeiten dafür haben. Ein- bis zweimal täglich eignen sich besonders gut, vorzugsweise in ruhiger Umgebung ohne Fernseher oder Radio.
Tipp: Wenn dein Kind zunächst nicht allein spielt, setze dich parallel dazu, aber greife nicht ein. Sobald es in sein Spiel vertieft ist, widme dich einer anderen Tätigkeit.
4. Gelegentlich das Zimmer verlassen
Allein spielen bedeutet auch, dass das Kind weiter aktiv bleibt, wenn du kurz den Raum verlässt. Ab etwa vier Monaten kannst du damit beginnen: Wähle einen Moment, in dem dein Kind fasziniert ist, und gehe für ein paar Minuten weg. Die Dauer der Abwesenheit lässt sich langsam steigern.
Tipp: Kündige dein Weggehen kurz an, zum Beispiel: „Ich gehe kurz in die Küche.“ Halte über Sprechen oder Rufen Kontakt, ohne dich direkt einzumischen.
5. Nur bei Bedarf eingreifen
Manchmal rollen Bälle weg oder Klötze fallen um. Eltern neigen dazu, sofort zu helfen. Oft schafft das Kind es aber, das Problem selbst zu lösen.
Tipp: Kleine Hinweise reichen: „Was könntest du mit dem Ball noch machen?“ Schon kann das Kind weiterspielen, ohne dass du aktiv eingreifen musst.
6. Erwartungen anpassen
Alle Kinder können lernen, sich selbst zu beschäftigen – die Dauer variiert jedoch stark. Unter einem Jahr sind fünf bis zehn Minuten normal, zwischen eins und drei Jahren 15 bis 30 Minuten. Wichtig ist, dass du in der Nähe bleibst, um Sicherheit zu geben.
Tipp: Nutze die Zeit bewusst für dich – leg die Füße hoch und entspanne ein wenig!



