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Demokratie unter Druck: Warum die Zufriedenheit sinkt und autoritäre Ideen an Zuspruch gewinnen

  • vor 4 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Gesellschaftliche Umbrüche sorgen vielerorts für Unsicherheit – besonders spürbar ist das in wirtschaftlich schwächeren Gegenden Ostdeutschlands. Gleichzeitig zeigt sich bundesweit eine wachsende Offenheit gegenüber autoritären Vorstellungen. Darauf weist der Deutschland-Monitor 2025 hin. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Hohe Zustimmung – begrenzte Zufriedenheit


Fast einhellig bekennen sich die Menschen in Deutschland zur Demokratie als politischem System: 98 Prozent sprechen sich dafür aus. Anders sieht es jedoch bei der Bewertung ihrer praktischen Umsetzung aus. Nur noch 60 Prozent äußern sich zufrieden mit dem Funktionieren der Demokratie.


Während dieser Wert in Westdeutschland seit 2023 konstant geblieben ist, zeigt sich im Osten ein anderes Bild: Dort lag die Zufriedenheit 2023 bei 43 Prozent und stieg bis 2025 auf 51 Prozent. Trotz dieser Entwicklung bleibt sie unter dem westdeutschen Niveau.


Offenheit für autoritäre Modelle


Die Studie macht zudem deutlich, dass autoritäre Konzepte nicht auf durchgängige Ablehnung stoßen. Etwa jede beziehungsweise jeder Fünfte bundesweit kann sich mit Ideen wie einer Einheitspartei, einem starken Führer ohne parlamentarische Begrenzung oder sogar einer Diktatur anfreunden. In Ostdeutschland liegt dieser Anteil mit rund 25 Prozent noch höher.


Politische Einordnung und Forderungen


„Es ist gut, dass die Demokratie als Staatsform von den Bürgerinnen und Bürgern vollumfänglich befürwortet wird. Auch im Osten“, so die Ostbeauftragte der Bundesregierung Elisabeth Kaiser. Gleichzeitig bezeichnet sie die vergleichsweise geringe Zufriedenheit mit der demokratischen Praxis als „bedenklich“. Mit Blick auf die besonders betroffenen strukturschwachen Regionen im Osten – die sie als „Ausreißer“ beschreibt – fordert die SPD-Politikerin gezielte Maßnahmen. Vor allem Menschen, „die in den 90er Jahren Brüche erlebt haben in ihren Biografien“, müssten stärker berücksichtigt werden.


Hintergrund zur Untersuchung


Der Deutschland-Monitor erscheint seit 2023 jährlich und wird von der Ostbeauftragten der Bundesregierung unterstützt. Beteiligt sind Forschungsteams des Zentrum für Sozialforschung Halle, der Universität Jena sowie des Leibniz-Institut für Sozialwissenschaft Mannheim. Für die aktuelle Ausgabe wurden im vergangenen Jahr 4.000 Personen ab 16 Jahren bundesweit repräsentativ befragt. Zusätzlich erfolgte eine sogenannte Regionalstichprobe mit weiteren 4.000 Teilnehmenden. Dadurch lassen sich differenzierte Aussagen treffen – etwa im Vergleich zwischen Stadt und Land oder zwischen wirtschaftlich stärkeren und schwächeren Regionen.

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