Epstein-Skandal in Europa: Rücktritte hochrangiger Politiker und Diplomaten nach neuen Enthüllungen
- Redaktion Mittagsmagazin

- vor 6 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Der Fall um den verurteilten US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zieht in Europa weiterhin personelle Konsequenzen nach sich. Mehrere hochrangige Vertreter aus Politik und Diplomatie sahen sich in den vergangenen Tagen gezwungen, ihre Ämter niederzulegen. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Rücktritt in Norwegen
Am Sonntagabend trat die norwegische Diplomatin Mona Juul von ihrem Posten als Botschafterin in Jordanien zurück. Hintergrund ist ihr früherer Kontakt zu Epstein. Der norwegische Außenminister erklärte dazu, dieser Kontakt habe ein gravierendes Fehlurteil offenbart. Berichten zufolge bestand zwischen Juul und dem US-Finanzier ein enges Verhältnis.
Weitere Konsequenzen in Großbritannien und Frankreich
Auch in Großbritannien blieb der Skandal nicht ohne Auswirkungen. Morgan McSweeney, Stabschef von Premierminister Keir Starmer, musste sein Amt bereits zuvor aufgeben. Am Montag kündigte zudem Starmers Kommunikationschef Tim Allan seinen Rücktritt an. Er erklärte, er wolle damit den Weg für eine personelle Neuaufstellung im Büro des Premiers freimachen. In Frankreich zog ebenfalls ein prominenter Kulturfunktionär Konsequenzen: Jack Lang, Präsident des Instituts der Arabischen Welt, gab seinen Rücktritt bekannt.
Hintergrund: Die sogenannten Epstein-Akten
Als „Epstein-Akten“ wird eine umfangreiche Sammlung aus Dokumenten, Gerichtsunterlagen und Zeugenaussagen bezeichnet, die sich mit dem Fall Jeffrey Epstein befassen. Wichtig ist dabei: Die bloße Erwähnung eines Namens in diesen Unterlagen stellt keinen Schuldnachweis dar. Viele Personen werden lediglich genannt, ohne dass ihnen strafbares Verhalten vorgeworfen wird. Epstein soll über Jahre hinweg ein weitreichendes Netzwerk betrieben haben, das dem sexuellen Missbrauch junger Frauen und Minderjähriger diente. Noch bevor es zu einem Prozess kam, wurde er 2019 tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden. Offiziell wurde sein Tod als Suizid gewertet.
Veröffentlichung der Dokumente
Ein großer Teil der Akten war lange Zeit nicht öffentlich zugänglich. Erst Anfang 2024 entschied ein US-Gericht, zahlreiche Dokumente freizugeben. In der Folge wurden weitere Unterlagen veröffentlicht, wodurch der Fall erneut internationale Aufmerksamkeit erlangte.


