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Frauen im Arbeitsmarkt: Warum viele über 45 ihre Arbeitszeit nicht ausweiten

  • vor 2 Stunden
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Eine Untersuchung zeigt, dass zahlreiche Frauen ab Mitte 40 nur geringe finanzielle Anreize sehen, ihre Erwerbstätigkeit wieder aufzunehmen oder ihre Arbeitszeit zu erhöhen. Mehr dazu jetzt in den "Besser Leben News".


Grundlage ist eine repräsentative Befragung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt wurde. Mehr als 3.700 Frauen im Alter zwischen 45 und 66 Jahren nahmen daran teil.


Teilzeit-Ausweitung bringt oft kaum mehr Geld


Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass zusätzliche Arbeitsstunden für viele Teilzeitbeschäftigte wirtschaftlich wenig attraktiv erscheinen. Rund die Hälfte der befragten Frauen mit Teilzeitstelle gab an, dass sich eine Aufstockung ihrer Arbeitszeit finanziell für sie nicht lohne. Auch unter den Frauen ohne Erwerbstätigkeit ist diese Einschätzung verbreitet: Etwa ein Drittel erklärte, dass sich eine Rückkehr in den Arbeitsmarkt aus finanzieller Sicht für sie nicht auszahle.


Steuerliche Regelungen als Bremse


Ein wesentlicher Grund liegt laut Studie in den steuerlichen Rahmenbedingungen. Besonders verheiratete Frauen, die in Teilzeit arbeiten, würden durch das sogenannte Ehegattensplitting finanziell benachteiligt, wenn sie ihre Arbeitszeit ausweiten.


Reform könnte Arbeitskräftepotenzial freisetzen


Eine Änderung dieses Steuermodells könnte erhebliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben. Laut Berechnungen der Studie ließen sich allein in der betrachteten Altersgruppe rechnerisch etwa 175.000 zusätzliche Vollzeitstellen besetzen.


Arbeitsmarktexpertin Michaela Hermann betonte in diesem Zusammenhang die volkswirtschaftliche Bedeutung dieses Potenzials. Vor allem angesichts einer alternden Bevölkerung und wachsender Belastungen für die Sozialversicherungssysteme sei es problematisch, wenn diese Möglichkeiten ungenutzt blieben.


Hohe Erwerbsquote – aber häufig in Teilzeit


Zwar ist die Erwerbsbeteiligung von Frauen in Deutschland laut Bertelsmann Stiftung inzwischen deutlich gestiegen und liegt bei über 75 Prozent. Dennoch arbeitet ein großer Teil von ihnen in Teilzeit. Ein häufiger Grund dafür ist die Familienphase: Viele Frauen reduzieren ihre Arbeitszeit während der Jahre mit kleinen Kindern, um Betreuungs- und Pflegeaufgaben zu übernehmen. Anschließend bleiben sie oft langfristig in Teilzeitbeschäftigung – nicht selten in Form eines Minijobs.

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