Frauen und Sport: Warum sie weniger tun müssen, um genauso zu profitieren
- vor 3 Tagen
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Eine umfangreiche wissenschaftliche Studie könnte die Sportmuffel unter uns aufatmen lassen: Frauen profitieren in deutlich stärkerem Maße von sportlicher Betätigung als Männer. Doch bedeutet das auch, dass wir weniger tun müssen, um gesund zu bleiben? Mehr dazu jetzt in den "Besser Leben News".
Sport als Gesundheitsfaktor
Es ist allgemein bekannt, dass Bewegung gesund ist, doch das Thema Motivation stellt oft ein Hindernis dar. Während einige Menschen voller Elan ihre Fitnessziele verfolgen, bevorzugt die Mehrheit eher den Komfort der Couch anstatt das Training. Besonders Frauen haben hier oft einen schwereren Stand, da sie den Männern in puncto sportlicher Aktivität hinterherhinken.
Doch die gute Nachricht: Laut einer bahnbrechenden Studie profitieren Frauen deutlich mehr von körperlicher Aktivität als Männer – und das bei geringeren Aufwand.
Eine neue Studie bringt Klarheit
Die Forschung basiert auf einer riesigen Datenerhebung, bei der mehr als 400.000 Teilnehmer aus den USA und China einbezogen wurden. Die Daten stammen aus dem "National Health Interview Survey", einer Umfrage, die zwischen 1997 und 2019 durchgeführt wurde. Die Teilnehmer gaben Auskunft über ihre regelmäßigen sportlichen Aktivitäten, und die Forscher untersuchten, ob es geschlechtsspezifische Unterschiede bei den gesundheitlichen Vorteilen von Sport gibt.
Die Ergebnisse: Frauen brauchen weniger Sport für denselben Effekt
Die Resultate sind überraschend: Männer können ihr Sterberisiko umso stärker senken, je mehr Sport sie betreiben – allerdings müssen sie dafür rund 300 Minuten pro Woche aktiv sein. Frauen benötigen hingegen nur 140 Minuten, um denselben gesundheitlichen Nutzen zu erzielen. Die Ergebnisse dieser Studie wurden im „Journal of the American College of Cardiology“ veröffentlicht.
Die Studienleiterin, Martha Gulati, äußerte sich dazu im „Spiegel“ und erklärte: "Das Schöne an dieser Studie ist, dass Frauen mehr aus jeder Minute mäßiger bis intensiver Aktivität herausholen können als Männer."
Wenig Bewegung, große Wirkung
Trotz der positiven Botschaft für alle Frauen, die weniger Zeit für Sport aufbringen können, warnt der chinesische Wissenschaftler Hongwei Ji vor einer Fehldeutung der Studie: "Die Studie soll Frauen nicht nahelegen, weniger zu trainieren", so Ji. "Stattdessen zeigt sie Frauen, die nicht genug Sport machen, dass schon relativ wenige Workouts einen positiven Effekt haben können."
Die Studie gibt uns also leider keine Freikarte für Faulenzen. Vielmehr sollen uns die Ergebnisse dazu anregen, das "Gender Sports Gap" zu überwinden und Bewegung stärker in unseren Alltag zu integrieren. Denn auch kleine Mengen an Sport können einen großen Unterschied machen.

