Heizkosten steigen: Warum Heizen zur dauerhaften Belastung werden könnte
Für Verbraucher in Deutschland bleibt das Heizen eine finanzielle Herausforderung. Nach den Ergebnissen des aktuellen Heizspiegels haben sich die Kosten erneut erhöht. Die Entwicklung könnte dazu führen, dass die Ausgaben für Wärme für zahlreiche Haushalte auch langfristig eine Belastung darstellen. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Veröffentlicht wurde der neue Heizspiegel am Dienstag. Er wurde von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online zusammen mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund erstellt.
Unterschiede bei den Energieträgern
Wie sich die Kosten entwickeln, hängt stark vom jeweiligen Brennstoff ab. Bei Heizöl und Holzpellets rechnen die Fachleute mit einem deutlichen Anstieg. "Besonders Heizöl und Holzpellets dürften deutlich teurer werden", berichtete die Beratungsgesellschaft co2online in ihrem neuen "Heizspiegel" für 2026.
Eine etwas andere Entwicklung wird beim Erdgas erwartet. Trotz der zuletzt höheren Preise am Großhandelsmarkt könnte sich die durchschnittliche Belastung für Gaskunden zunächst verringern.
Erdgas könnte vorübergehend günstiger werden
Als Grund nennt co2online unter anderem die vergleichsweise niedrigen Beschaffungskosten zu Beginn des Jahres sowie den Wegfall der Gasspeicherumlage. "Durch geringe Beschaffungskosten zum Jahresbeginn und den Wegfall der Gasspeicherumlage könnten die Heizkosten im Jahresdurchschnitt leicht sinken", begründete die Gesellschaft ihre Berechnung.
Eine dauerhafte Entspannung lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Nach Einschätzung eines Sprechers könnten die inzwischen höheren Großhandelspreise zeitversetzt bei den Verbrauchern ankommen. Dadurch könnten die Kosten für Erdgas gegen Ende des Jahres 2026 oder im Verlauf des Jahres 2027 wieder zunehmen.
Beispielrechnung für eine Wohnung
Für ihre Einschätzung haben die Experten verschiedene Wohnsituationen betrachtet. Darunter befindet sich auch eine 70 Quadratmeter große Wohnung in einem Mehrfamilienhaus, anhand derer die voraussichtlichen Heizkosten berechnet wurden.
Einsparungen durch alltägliches Verhalten
Nach Angaben der Gesellschaft besteht bei einem großen Teil der Haushalte noch die Möglichkeit, den Energieverbrauch zu reduzieren. "Rund 90 Prozent aller Haushalte verfügen noch über Sparpotenzial", hieß es.
Dafür seien nicht zwingend größere Investitionen erforderlich. Bereits ein bewusster Umgang mit der Heizung und regelmäßiges, richtiges Lüften könnten helfen. Auch ein niedrigerer Warmwasserverbrauch kann den Energiebedarf verringern. Nach Angaben der Experten lässt sich der Verbrauch durch solche Maßnahmen um bis zu zehn Prozent reduzieren.

