Intervallfasten im Check: Neue Studien zeigen, was die Diät wirklich kann und wo der Nutzen begrenzt ist
- vor 37 Minuten
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Ob auf Social Media oder in ärztlichen Praxen – Intervallfasten gilt vielerorts als bewährter Ansatz, um überschüssige Kilos loszuwerden. Besonders im Internet wird die Methode häufig mit weitreichenden Erfolgsversprechen beworben. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Dabei ist die wissenschaftliche Bewertung keineswegs eindeutig. Klar ist lediglich: Beim Intervallfasten wechseln sich Phasen der Nahrungsaufnahme mit festgelegten Zeiten des kompletten Verzichts ab.
Wissenschaftliche Prüfung durch das Cochrane-Netzwerk
Um die tatsächliche Wirksamkeit dieser Ernährungsform zu bewerten, nahm das „Cochrane-Netzwerk“ – ein unabhängiger Zusammenschluss von Fachleuten – die vorhandene Studienlage systematisch unter die Lupe. In die Bewertung flossen vor allem sogenannte randomisiert-kontrollierte Studien ein. In solchen Untersuchungen werden Teilnehmende per Zufallsprinzip verschiedenen Gruppen zugeteilt: Während eine Gruppe die untersuchte Methode anwendet, dient eine andere als Vergleichsgruppe ohne diese Intervention.
Für die umfassende Analyse sichtete das Forschungsteam mehr als 18.000 wissenschaftliche Veröffentlichungen. Nach strengen Qualitätskriterien blieben schließlich 22 Studien übrig. Im Mittelpunkt standen zwei Kernfragen: Ist Intervallfasten für Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas wirksamer als andere Diätformen? Und welche Effekte zeigt es in Bezug auf Lebensqualität, Diabetesstatus, Blutfettwerte sowie mögliche Nebenwirkungen?
Ergebnisse: Kaum Unterschiede zu anderen Diäten
Die Auswertung ergab, dass Intervallfasten im Vergleich zu gängigen Ernährungsempfehlungen keine bedeutsamen Vorteile bei der Gewichtsabnahme oder der Lebensqualität bietet. Die Unterschiede zwischen den Methoden fielen insgesamt gering aus.
Ein möglicher Weg zur Gewichtsreduktion
Trotzdem kann Intervallfasten für manche Menschen eine praktikable Option sein, um ihr Essverhalten neu zu ordnen oder bewusster zu gestalten. Unsere Analyse „legt nahe, dass Intervallfastende über 6 bis 12 Monate wahrscheinlich mehr Gewicht verlieren im Vergleich zu Menschen, die ihre Ernährung nicht aktiv ändern – nämlich im Mittel drei bis vier Prozent“, erklärt Jörg Meerpohl, Direktor von Cochrane Deutschland.



