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Italien: Millionen Fahrzeughalter müssen 2027 keine Kfz-Steuer zahlen

vor 17 Stunden
2 Min. Lesezeit

Für viele Menschen in Italien soll das Autofahren im kommenden Jahr günstiger werden. Die Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat beschlossen, die Kfz-Steuer 2027 für Fahrzeuge mit einer Motorleistung von weniger als 80 Kilowatt vollständig auszusetzen. Das entspricht ungefähr der Leistung eines Autos mit 110 PS. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Von der Maßnahme profitieren nicht nur Pkw-Fahrer. Auch Motorräder und Motorroller fallen unter die neue Regelung. Insgesamt könnten nach Angaben der italienischen Regierung rund 14,5 Millionen Fahrzeuge steuerfrei gestellt werden.


Nur ein Fahrzeug pro Person


Die Steuervergünstigung ist allerdings an bestimmte Bedingungen geknüpft. Pro Fahrzeughalter kann lediglich ein Fahrzeug berücksichtigt werden. Wer mehrere Autos besitzt, kann die Regelung somit nicht auf alle Fahrzeuge anwenden. Auch leistungsstärkere Wagen bleiben von der Entlastung ausgeschlossen. Bei mehreren Fahrzeugen soll automatisch dasjenige mit der niedrigsten Motorleistung für die Steuerbefreiung herangezogen werden.


Regierung verweist auf Familien


Mit dem Schritt will die Regierung insbesondere die finanzielle Belastung von Familien reduzieren. Meloni, die seit knapp vier Jahren an der Spitze der Regierung steht und zugleich die rechtsgerichtete Partei Fratelli d’Italia führt, bezeichnete die Kfz-Steuer als „eine der meistgehassten Steuern“ des Landes.


Die Regierungskoalition ordnet die Maßnahme in eine größere Strategie von Steuersenkungen und finanziellen Entlastungen ein. Kritische Stimmen aus der linken Opposition verweisen dagegen darauf, dass im kommenden Jahr voraussichtlich eine Parlamentswahl in Italien stattfinden wird.


Regionen müssen mit weniger Einnahmen rechnen


Die Auswirkungen des Beschlusses reichen allerdings über die einzelnen Fahrzeughalter hinaus. Die Einnahmen aus der Kfz-Steuer fließen normalerweise an die italienischen Regionen. Wirtschaftsverbände beziffern das jährliche Aufkommen auf mehr als sieben Milliarden Euro.


Um einen Teil der entstehenden Mindereinnahmen auszugleichen, hat die Regierung zunächst rund 2,3 Milliarden Euro für das Jahr 2027 vorgesehen. Den Regionen ist diese Summe nach eigenen Angaben jedoch nicht ausreichend.

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