top of page

Schwere Vorwürfe gegen Pfleger: 24 Menschen mit Behinderung sollen Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sein

vor 9 Stunden
2 Min. Lesezeit

Ein Hinweis aus den Vereinigten Staaten hat Ermittler auf die Spur eines 33-jährigen Heilerziehungspflegers gebracht. Dem Mann werden schwere Sexualstraftaten zum Nachteil von Menschen mit Behinderungen vorgeworfen. Die mutmaßlichen Taten sollen sich über mehrere Jahre in Einrichtungen in den Landkreisen Hof, Bayreuth und Lichtenfels ereignet haben. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Ermittler sprechen von 24 möglichen Opfern


Nach Angaben der Zentralstelle Cybercrime Bayern, die bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg angesiedelt ist, hat das dort angeschlossene Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch im Internet Anklage gegen den Mann erhoben. Zuständig ist das Landgericht Bayreuth, das zunächst darüber entscheiden muss, ob die Anklage zu einem Gerichtsverfahren führt.


Die Staatsanwaltschaft geht von insgesamt 24 Betroffenen aus. Bei ihnen soll es sich um Menschen mit erheblichen körperlichen und geistigen Einschränkungen handeln. Nach Einschätzung der Ermittler waren die Betroffenen deshalb nicht in der Lage, die ihnen gegenüber begangenen Handlungen als Straftaten zu erkennen und einzuordnen. Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung gilt für den Beschuldigten die Unschuldsvermutung.


Ermittlungen begannen nach US-Hinweis


Den entscheidenden Anstoß für das Verfahren gab laut den Behörden eine Meldung aus den USA. Das National Center for Missing & Exploited Children (NCMEC) hatte demnach auf zahlreiche Dateien mit kinderpornografischem Inhalt aufmerksam gemacht, die in einen Cloud-Speicher hochgeladen worden waren. Im Zuge der Ermittlungen geriet der Pfleger ins Visier der Behörden.


Vorwürfe reichen von Missbrauch bis zu Bildaufnahmen


Die Anklage umfasst mehrere unterschiedliche Tatvorwürfe. Dazu gehören unter anderem die Herstellung und der Besitz kinderpornografischer Inhalte sowie sexueller Missbrauch von Kindern und von kranken beziehungsweise hilfsbedürftigen Menschen in Einrichtungen.


Darüber hinaus wird dem Beschuldigten vorgeworfen, durch Fotoaufnahmen den höchstpersönlichen Lebensbereich und Persönlichkeitsrechte der Betroffenen verletzt zu haben.


Nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen soll der Mann insbesondere Aufnahmen vom unbekleideten Intimbereich seiner Opfer angefertigt haben. Unter den Betroffenen sollen sich auch Kinder unter 14 Jahren befunden haben. In mehreren Fällen soll es zudem zu körperlichen Berührungen gekommen sein.


Mehr als 38.000 Bilder sichergestellt


Bei einer Durchsuchung der Wohnung des 33-Jährigen im März stießen die Ermittler auf umfangreiches digitales Beweismaterial. Auf beschlagnahmten Speichermedien sollen sich mehr als 38.000 kinderpornografische Bilddateien befunden haben. Hinzu kamen nach Behördenangaben mehr als 600 entsprechende Videos.


Der Beschuldigte befindet sich seit der Durchsuchung in Untersuchungshaft. Sollten sich die Vorwürfe im Verfahren bestätigen, sieht das Gesetz für die ihm zur Last gelegten Taten eine Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu 15 Jahren vor.

bottom of page