Lebensmittelrückrufe: Warum Kontrollen und Verbraucherinformation immer wichtiger werden
Lebensmittel werden immer wieder vorsorglich aus den Verkaufsregalen entfernt. Trotzdem erfahren längst nicht alle Verbraucher von solchen Rückrufen. Welche Maßnahmen ein Unternehmen ergreift und über welche Kanäle es die Öffentlichkeit informiert, ist nicht einheitlich geregelt. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Christiane Seidel vom Verbraucherzentrale-Bundesverband (vzbv) erklärt dazu: „Unternehmen sind lediglich angehalten, Verbraucher verständlich und transparent zu informieren. Wie das genau aussieht, das interpretiert jedes Unternehmen ganz unterschiedlich.“
Kontrolle durch die Behörden
Damit Unternehmen die geltenden Vorschriften einhalten, gibt es in Deutschland die amtliche Lebensmittelüberwachung. Lebensmittelkontrolleur kontrollieren unter anderem die hygienischen und technischen Bedingungen in Betrieben und untersuchen Stichproben der dort hergestellten Produkte.
Dabei werden die Kontrollen nach dem jeweiligen Risiko ausgerichtet. Betriebe, von denen aufgrund ihrer Tätigkeit ein höheres gesundheitliches Risiko ausgehen kann, stehen entsprechend häufiger im Fokus. Dazu gehören beispielsweise Unternehmen, die Fleisch verarbeiten.
Verantwortung liegt auch bei den Betrieben
Nicht ausschließlich die staatlichen Behörden sind für die Sicherheit von Lebensmitteln zuständig. Unternehmen müssen selbst dafür sorgen, dass ihre Produkte regelmäßig kontrolliert werden. Deshalb wird bei den amtlichen Prüfungen auch untersucht, ob ein geeignetes Eigenkontrollsystem vorhanden ist und tatsächlich ordnungsgemäß funktioniert.
Der Grund dafür ist die große Zahl an Lebensmittelbetrieben in Deutschland. Eine lückenlose Kontrolle sämtlicher Unternehmen durch die Behörden ist unter den bestehenden Bedingungen nicht möglich. Die betriebliche Eigenkontrolle übernimmt daher einen wichtigen Teil der Überwachung.
Kritik an fehlenden Kontrollen
Seit Jahren weisen Fachleute darauf hin, dass die Lebensmittelüberwachung personell und finanziell besser ausgestattet werden müsse. Die Organisation foodwatch geht davon aus, dass nahezu 30 Prozent der gesetzlich vorgesehenen Lebensmittelkontrollen nicht durchgeführt werden.
Damit erreichen die Behörden nach diesen Angaben lediglich etwa zwei Drittel der vorgeschriebenen Kontrollen. Auch der Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure sieht einen deutlichen Bedarf an zusätzlichem Personal. Nach dessen Einschätzung fehlen deutschlandweit 1.500 Lebensmittelkontrolleur.
Was Verbraucher beachten sollten
Trotz der bestehenden Herausforderungen wird die Qualität und Sicherheit der Lebensmittel in Deutschland vom Bundesverband grundsätzlich positiv bewertet. Gleichzeitig bleibt für Verbraucher ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit wichtig: Die Zahl der Rückrufe hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Wer über aktuelle Warnungen informiert bleiben möchte, sollte deshalb entsprechende Rückrufmeldungen aufmerksam verfolgen.

