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Mehr Abwechslung: Warum vielfältige Bewegung die Langlebigkeit fördern kann

vor 11 Minuten
3 Min. Lesezeit

Wer an einen gesunden und möglichst langen Lebensstil denkt, verbindet damit häufig vor allem eines: regelmäßiges Training. Möglichst oft laufen, Gewichte stemmen oder Kurse besuchen – Hauptsache, der Körper kommt ausreichend in Bewegung.


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Doch möglicherweise lohnt sich ein anderer Blick auf unsere Bewegungsgewohnheiten. Denn nicht allein die Häufigkeit und Dauer körperlicher Aktivität könnten entscheidend sein. Auch die Frage, wie abwechslungsreich wir uns bewegen, scheint eine wichtige Rolle für unsere langfristige Gesundheit zu spielen.


Die Lieblingssportart ist nicht immer genug


Natürlich spricht vieles dafür, eine Bewegungsform zu wählen, die einem persönlich Freude bereitet. Wer gerne joggt, wird eher dauerhaft laufen gehen. Wer Krafttraining liebt, bleibt vermutlich leichter an seinen Hanteln dran. Und für andere sind Yoga, Pilates, Radfahren, Schwimmen oder Reiten die Aktivitäten, die ihnen am meisten Spaß machen.


Diese persönliche Vorliebe ist keineswegs ein Problem. Im Gegenteil: Bewegung, die wir gerne machen, hat eine größere Chance, dauerhaft Teil unseres Lebens zu werden.


Trotzdem kann es sinnvoll sein, den Körper nicht immer nach demselben Muster zu fordern. Denn unterschiedliche Bewegungsformen setzen unterschiedliche Schwerpunkte und beanspruchen unseren Körper auf jeweils eigene Weise.


Was eine große Langzeituntersuchung herausgefunden hat


Wie relevant diese Vielfalt sein könnte, zeigt eine umfangreiche Untersuchung von Forschenden der Harvard T.H. Chan School of Public Health.


Für die im BMJ Medicine veröffentlichte Analyse wurden die Daten von mehr als 111.000 Erwachsenen ausgewertet. Die Informationen stammen aus zwei großen US-Langzeitstudien und umfassen einen Beobachtungszeitraum von mehr als drei Jahrzehnten.


Dabei interessierte die Wissenschaftler nicht nur, wie viel sich die Menschen bewegten. Sie betrachteten auch, welche unterschiedlichen Aktivitäten regelmäßig ausgeübt wurden. Berücksichtigt wurden unter anderem Radfahren, Schwimmen, Krafttraining, Rudern, Joggen, Spaziergänge, Tennis und andere Sportarten. Auch Yoga, Stretching und Gymnastik, Treppensteigen, Gartenarbeit und andere körperlich aktive Tätigkeiten im Freien sowie anstrengendere Arbeiten wie Graben oder Holzhacken wurden berücksichtigt.


Anschließend setzten die Forschenden die Vielfalt und Intensität der körperlichen Aktivitäten mit den gesundheitlichen Ergebnissen der Teilnehmenden in Beziehung und berücksichtigten dabei weitere gesundheitliche und lebensstilbezogene Faktoren.


Ein überraschender Zusammenhang mit der Lebenserwartung


Das Ergebnis ist bemerkenswert: Menschen, deren Bewegungsalltag besonders vielfältig war, hatten ein 19 Prozent niedrigeres Risiko für einen vorzeitigen Tod als diejenigen mit der geringsten Bewegungsvielfalt.


Besonders interessant ist dabei, dass dieser Zusammenhang nicht einfach dadurch erklärt werden konnte, dass die abwechslungsreich aktiven Menschen insgesamt mehr Sport machten.


Der Vorteil einer größeren Vielfalt zeigte sich vielmehr über verschiedene Aktivitätsniveaus hinweg. Das deutet darauf hin, dass nicht nur die reine Trainingsmenge relevant sein könnte, sondern auch die Kombination unterschiedlicher Bewegungsformen.


Dafür muss niemand zum Sport-Allrounder werden


Die Ergebnisse bedeuten allerdings nicht, dass wir nun jede Woche einen neuen Sport ausprobieren oder einen möglichst komplizierten Trainingsplan erstellen müssen.


Denn Bewegung findet nicht ausschließlich im Fitnessstudio oder im Sportverein statt. Auch alltägliche Aktivitäten können dazu beitragen, mehr Abwechslung in unseren Bewegungsalltag zu bringen.


Ein Spaziergang nach der Arbeit, die Treppe statt des Aufzugs, ein paar Übungen auf der Matte oder etwas Gartenarbeit können bereits andere Bewegungsreize setzen als beispielsweise eine Laufeinheit oder ein Krafttraining.


Die bessere Frage lautet vielleicht: Was kann ich zusätzlich machen?


Statt sich selbst unter Druck zu setzen, möglichst häufig und möglichst hart zu trainieren, könnte es deshalb sinnvoller sein, den eigenen Bewegungsalltag etwas breiter aufzustellen.


Wer beispielsweise regelmäßig joggt, könnte gelegentlich Rad fahren oder eine kurze Krafttrainingseinheit ergänzen. Wer vor allem Kraftsport macht, könnte Spaziergänge, Mobilitätsübungen oder Schwimmen ausprobieren.


Dabei muss nicht jede Aktivität besonders intensiv sein. Entscheidend ist vielmehr, dem Körper unterschiedliche Möglichkeiten zu geben, aktiv zu sein.

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