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Mehr Qualität in Kitas: Neues Gesetz soll Bildungschancen verbessern

vor 8 Stunden
2 Min. Lesezeit

Mit einem neuen Gesetz zur Förderung und Qualitätssteigerung in der Kindertagesbetreuung will die Bundesregierung die Voraussetzungen für mehr Bildungsgerechtigkeit schaffen. Bei der ersten Lesung im Bundestag betonte Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU), dass alle Kinder unabhängig von ihren sozialen Voraussetzungen bessere Entwicklungsmöglichkeiten erhalten sollen. Ein wesentliches Ziel sei es, erstmals deutschlandweit einheitliche und verbindliche Vorgaben für die Qualität der Betreuung in Kitas einzuführen. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Frühzeitige Förderung und zusätzliche Unterstützung


Ein zentraler Bestandteil der geplanten Reform ist die frühzeitige Erkennung individueller Förderbedarfe. Dafür soll bei sämtlichen Kindern im Alter von vier Jahren der Sprach- und Entwicklungsstand ermittelt werden. Zeigen sich dabei Defizite oder besondere Unterstützungsbedarfe, sollen geeignete Förderangebote bereitgestellt werden.


Darüber hinaus sind zusätzliche Hilfen für Einrichtungen vorgesehen, die unter besonders schwierigen sozialen Bedingungen arbeiten. Dort soll mehr Personal eingesetzt werden, um die Kinder gezielter begleiten zu können. Auch die Zusammenarbeit zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen soll gestärkt werden, damit der Wechsel in die Schule besser gelingt.


Milliarden für die Umsetzung geplant


Für die Finanzierung sollen sowohl bestehende als auch zusätzliche Bundesmittel eingesetzt werden. Bis zum Jahr 2034 plant der Bund, den Ländern insgesamt rund 9,25 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Hinzu kommen Investitionsmittel in Höhe von vier Milliarden Euro, die bis 2029 bereitgestellt werden sollen. Ergänzend können die Länder auf Gelder aus dem kreditfinanzierten Sondervermögen zurückgreifen.


Die Bildungsministerin unterstrich die Bedeutung entsprechender Investitionen mit den Worten: „Jeder Euro, den wir in die frühe Bildung investieren, zahlt sich doppelt und dreifach aus“.


Opposition kritisiert Finanzierung und Konzept


Während die Grünen die geplante Unterstützung für Kinder aus benachteiligten Familien grundsätzlich begrüßen, sieht die Abgeordnete Anja Reinalter erhebliche Schwächen bei der finanziellen Ausstattung des Vorhabens. Auch vonseiten der Linken kommt deutliche Kritik. Fraktionsvorsitzende Heidi Reichinnek bezeichnete die geplanten Maßnahmen als „Sozial-Kahlschlag“. Sie bemängelte außerdem, dass Kinder durch die frühzeitige Erfassung ihrer Entwicklung möglicherweise zu früh beurteilt und aussortiert würden.


Fachverbände warnen vor fehlenden Ressourcen


Vor allem die Finanzierung sorgt auch bei Verbänden für Bedenken. Ulrich Hoffmann, Präsident des Familienbundes der Katholiken, warnte gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vor einer Überlastung der Einrichtungen. Er erklärte: „Qualität lässt sich nicht dauerhaft mit weniger Geld und mehr Aufgaben sichern“.


Auch das Deutsche Kinderhilfswerk hält die vorgesehenen Mittel für möglicherweise unzureichend. Die Organisation fordert zusätzliches Personal und bezweifelt, dass die finanziellen Zusagen des Bundes genügen, um die geplanten Qualitätsanforderungen tatsächlich flächendeckend umzusetzen.

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