Ohne Plan, ohne Druck: Warum Nichtstun mit Freund:innen mehr bringt als gedacht
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Einfach zusammensitzen, reden, schweigen, lachen – ohne Programm und ohne Uhr im Blick. Was früher selbstverständlich war, ist heute fast schon Luxus. Dabei hat genau dieses ungezwungene Beisammensein erstaunlich positive Effekte auf Körper und Psyche. Mehr dazu im LSJonline-Mittagsmagazin.
Wenn selbst Freizeit zum Termin wird
Ein Blick in den Kalender reicht oft aus, um Stress auszulösen: Abendessen hier, Verpflichtung dort, dazwischen private und berufliche To-dos. Spontane Treffen, wie sie früher ganz natürlich entstanden sind, passen kaum noch in den durchgetakteten Alltag. Unsere Gesellschaft misst Zeit vor allem an Effizienz. Jede Stunde soll „sinnvoll genutzt“ werden – selbst im Privaten. Reines Nichtstun gilt schnell als vergeudet, selbst wenn wir es mit Menschen verbringen, die uns wichtig sind.
Freundschaft nach Zeitplan
Auch soziale Kontakte folgen zunehmend festen Strukturen: Verabredungen haben einen Zweck, eine Aktivität, einen klaren Anfang und ein definiertes Ende. Treffen finden häufig außer Haus statt und ähneln organisatorisch eher Meetings als Momenten der Nähe. Was dabei verloren geht, ist Freiraum. Wenn alles geplant ist, bleibt wenig Platz für Zufälle, Abschweifungen oder Gespräche, die sich einfach entwickeln dürfen.
Was ungeplantes Zusammensein so wertvoll macht
Entlastung statt Erwartungsdruck
Ohne Agenda entfällt das Gefühl, „funktionieren“ zu müssen. Niemand muss unterhalten, leisten oder abliefern. Diese Form von Zusammensein erlaubt echte Entspannung und senkt nachweislich Stress.
Echtheit statt Rolle
In lockeren Situationen fällt es leichter, man selbst zu sein. Es gibt keinen Anlass, sich zu inszenieren oder Erwartungen zu erfüllen. Dieses Gefühl von Akzeptanz stärkt das Selbstwertgefühl und wirkt beruhigend auf unser Nervensystem.
Nähe entsteht im Alltäglichen
Tiefe Verbundenheit wächst oft nicht in besonderen Momenten, sondern in den unspektakulären. Wenn nichts geplant ist, entstehen Gespräche, Pausen und gemeinsame Stille – genau dort entwickeln sich Vertrauen und emotionale Nähe.
Erholung ist auch gemeinsam möglich
Selbstfürsorge wird häufig mit Rückzug gleichgesetzt. Dabei kann gemeinsames Nichtstun mindestens genauso regenerierend sein wie Alleinsein. Gerade vertraute Gesellschaft kann neue Energie schenken, statt sie zu rauben.
Weniger Einsamkeit, mehr Gesundheit
Oberflächliche Kontakte, die zwischen Termine gequetscht werden, erfüllen selten. Echte Verbundenheit hingegen wirkt wie ein Schutzfaktor: Sie steigert das Wohlbefinden, senkt Krankheitsrisiken und kann langfristig sogar die Lebensdauer positiv beeinflussen.


