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Pubertät bei Mädchen: Alles, was ihr als Eltern wissen müsst

Der Übergang von der Kindheit zur Jugend kann für Eltern aufregend, aber auch herausfordernd sein. Plötzlich sitzt einem das ehemals fröhliche, anhängliche Mädchen gegenüber, das streitlustiger wirkt und sich intensiver abgrenzt.


Mehr dazu heute in #MOMMYTIME.


Diese Phase ist normal, bringt aber oft emotionale Spannungen in die Familie. Wichtig ist, dass Eltern die Veränderungen verstehen, Unterstützung bieten und die wachsende Selbstständigkeit respektieren.


Beginn der Pubertät bei Mädchen


Mädchen starten in der Regel früher als Jungen in die Pubertät – meist zwischen 10 und 12 Jahren. In Einzelfällen können schon 8- oder 9-Jährige erste körperliche Veränderungen zeigen, wie das Wachsen der Brust.


Interessant: Im Laufe der letzten zwei Jahrhunderte ist das Einstiegsalter der Pubertät gesunken. Während die erste Menstruation früher meist zwischen 15 und 17 Jahren auftrat, beginnt sie heute durchschnittlich schon mit 13 Jahren.


Erste Anzeichen der Pubertät


Die Anzeichen können sehr unterschiedlich sein. Typische Merkmale sind:

  • Sprunghaftes Längenwachstum

  • Entwicklung der Brust und des Beckens

  • Erste Scham- und Achselhaare

  • Vertiefung der Stimme

  • Ausgeprägte Stimmungsschwankungen

  • Erprobung von Grenzen und mehr Streitlust

  • Erste Menstruation


Diese Veränderungen können schrittweise auftreten und in unterschiedlicher Reihenfolge erscheinen.


Körperliche Entwicklungen im Detail


Längen- und Figurwachstum

Das Zusammenspiel von Östrogen, Wachstumshormonen und Schilddrüsenhormonen sorgt für schnelle Wachstumsschübe – teilweise bis zu 15 cm in kurzer Zeit. Gleichzeitig verändert sich die Körperform: Fettgewebe sammelt sich an Hüfte, Becken, Bauch und Brüsten, wodurch sich die Figur deutlich wandelt.


Brustentwicklung

Ab etwa 12,5 Jahren beginnt die Brustentwicklung, meist 1–2 Jahre vor der ersten Menstruation. Ungleichmäßiges Wachstum ist normal, der Prozess ist mit etwa 17 Jahren abgeschlossen.


Entwicklung der Geschlechtsorgane

Gebärmutter und Scheide verändern sich: Die Gebärmutter wächst, die Scheidenwände verdicken sich – der Körper wird physisch auf die Geschlechtsreife vorbereitet.


Haare, Schweiß und Haut

Die erste Scham- und Achselbehaarung tritt vor der Brustentwicklung auf, hormonbedingt durch Androgene. Gleichzeitig verändern sich Schweiß- und Talgdrüsen – Haare werden schneller fettig, Körpergeruch nimmt zu, Akne kann auftreten.


Menstruation

Die erste Periode beginnt meist zwischen 11 und 13 Jahren. Anfangs ist der Zyklus unregelmäßig, und Beschwerden wie Bauchkrämpfe oder Kopfschmerzen sind häufig. Bereits ab der Geburt hat jedes Mädchen rund 400.000 Eizellen, von denen nun monatlich eine oder mehrere reifen.


Psychische Veränderungen


Selbstwahrnehmung und Scham

Mädchen nehmen ihren Körper und den anderer nun bewusster wahr. Zimmer- und Badezimmertüren werden verschlossen, Nacktheit wird als unangenehm empfunden.


Selbstbewusstsein und Stimmung

Unsicherheit über das eigene Aussehen ist normal. Stimmungsschwankungen entstehen durch hormonelle Veränderungen und die Entwicklung des Gehirns. Entscheidungen werden oft impulsiv getroffen, weil der rationale Teil des Gehirns noch nicht vollständig entwickelt ist.


Identitätssuche

Die Suche nach der eigenen Persönlichkeit steht im Vordergrund. Fragen wie „Wer bin ich?“ oder „Wie möchte ich sein?“ werden intensiv erkundet. Mädchen experimentieren mit Kleidung, Schminke oder Verhalten, um ihre Individualität zu testen.


Beziehungen und Leistungsfähigkeit

Veränderte Sicht auf Eltern und Familie kann zu Konflikten führen. Schulische Leistungen können vorübergehend sinken, da andere Themen – Freundschaften, Selbstinszenierung – mehr Aufmerksamkeit beanspruchen.


Wie Eltern unterstützen können


Raum und Privatsphäre

Erlaube deiner Tochter, sich zurückzuziehen und sich selbst zu erkunden, ohne ständige Kontrolle.


Abgrenzung respektieren

Lass ihren Drang nach Unabhängigkeit zu. Konflikte entstehen oft, weil Jugendliche Grenzen austesten – das ist normal.


Hilfe und Verständnis anbieten

Zeige, dass du da bist, auch wenn deine Tochter mal unzugänglich wirkt. Zuhören ist wichtiger als Ratschläge.


Komplimente und Bestärkung

Lob nicht nur für Aussehen, sondern auch für Fähigkeiten, Kreativität und Humor. So stärkst du ihr Selbstwertgefühl.


Verantwortung übertragen

Ermögliche eigene Entscheidungen und leite bei Bedarf an. So lernt deine Tochter, Verantwortung zu übernehmen.


Grenzen setzen

Klare Regeln bei gefährlichem Verhalten, wie Alkohol, Drogen oder Schulschwänzen, sind wichtig. Nutze Ich-Botschaften: „Ich mache mir Sorgen, wenn…“


Über intime Themen sprechen

Sei offen für Gespräche über Menstruation, Verhütung oder Beziehungen. Dränge nicht, signalisiere aber jederzeitige Gesprächsbereitschaft.


Vorbilder hinterfragen

Diskutiere Einflüsse aus sozialen Medien kritisch, erkläre, dass viele Schönheitsideale unrealistisch sind.

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