Toxische Muster erkennen: Wie Eltern Verantwortung übernehmen und ihren Kindern emotionalen Halt geben
- Redaktion Mittagsmagazin

- 22. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Nicht jedes verletzende Verhalten kommt von außen – auch innerhalb der Familie können Dynamiken entstehen, die Kindern langfristig schaden.
Mehr dazu heute in #MOMMYTIME.
Eltern, die wiederholt Angst, Unsicherheit oder emotionalen Stress auslösen, handeln nicht zwangsläufig aus böser Absicht. Dennoch kann ihr Verhalten tiefgreifende Folgen haben. Wichtig ist dabei: Der Begriff „toxische Eltern“ stammt nicht aus der Medizin, sondern beschreibt problematische Verhaltensweisen, keine Diagnose.
Wie sich belastendes Elternverhalten äußern kann
Ungesunde Muster zeigen sich sehr unterschiedlich. Manche Eltern kontrollieren jeden Schritt ihres Kindes, lassen kaum Raum für Eigenständigkeit und setzen unrealistische Erwartungen. Andere wiederum nehmen die Gefühle ihres Kindes nicht ernst, stellen eigene Bedürfnisse in den Vordergrund oder reagieren abwertend auf emotionale Äußerungen. All das kann dazu führen, dass Kinder sich klein, überfordert oder nicht gesehen fühlen.
Niemand ist perfekt – aber reflektiert zu sein zählt
Fast jede Person trägt Verhaltensweisen in sich, die nicht immer förderlich sind. Manche davon erkennen wir selbst, andere werden uns von nahestehenden Menschen gespiegelt. Besonders sensibel wird es, wenn Kinder betroffen sind. Fehler gehören zum Menschsein – entscheidend ist die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und es beim nächsten Mal bewusster zu machen.
Die folgenden Impulse sollen helfen, schädliche Muster zu vermeiden.
1. Gefühle ernst nehmen statt kleinreden
Kinder empfinden intensiv – und das ist gut so. Traurigkeit, Wut oder Frust sind keine „Lappalien“, auch wenn sie aus Erwachsenensicht manchmal so wirken. Werden Emotionen belächelt oder abgewertet, lernen Kinder, ihre Gefühle zu unterdrücken. Unterstützend ist es dagegen, ihnen zu zeigen: Deine Empfindungen sind berechtigt und dürfen da sein. So entwickeln sie die Fähigkeit, Emotionen gesund zu verarbeiten.
2. Eigenständigkeit zulassen
Der Wunsch, das eigene Kind vor negativen Erfahrungen zu schützen, ist verständlich. Doch ständige Kontrolle verhindert Entwicklung. Kinder brauchen Freiräume, um eigene Erfahrungen zu machen – auch solche, die nicht immer angenehm sind. Die Aufgabe von Eltern ist es, Halt zu geben, wenn etwas schiefgeht, nicht jede Herausforderung im Voraus aus dem Weg zu räumen.
3. Meinungen akzeptieren, auch wenn sie unbequem sind
Kinder sind keine Erweiterung der elterlichen Persönlichkeit. Sie haben eigene Ansichten, Wünsche und Überzeugungen. Selbst wenn diese nicht mit den eigenen übereinstimmen, sollten sie respektiert werden. Ein offener Austausch auf Augenhöhe stärkt das Vertrauen. Die eigene Meinung durchzusetzen, nur weil man „weiß, was richtig ist“, kann langfristig Beziehung und Selbstwert schädigen.
4. Wertschätzung unabhängig von Leistung vermitteln
Vergleiche sind allgegenwärtig – spätestens in der Schule. Umso wichtiger ist es, dass Kinder lernen: Mein Wert hängt nicht davon ab, besser zu sein als andere. Eltern können hier einen wichtigen Gegenpol bilden, indem sie Stärken anerkennen, ohne Leistungen überzubewerten, und ihrem Kind das Gefühl geben, unabhängig von Noten oder Erfolgen wertvoll zu sein.
5. Körperbilder realistisch einordnen
Medien transportieren enge Vorstellungen davon, wie ein Körper auszusehen hat, um als attraktiv zu gelten. Kinder nehmen diese Bilder oft unkritisch auf und vergleichen sich. Eltern können helfen, diese Ideale zu hinterfragen, Vielfalt sichtbar zu machen und das Kind in seiner Einzigartigkeit zu bestärken. Ein stabiles Selbstbild schützt vor langfristigen Unsicherheiten.
6. Fehler eingestehen und Verantwortung übernehmen
Eltern machen Fehler – das ist unvermeidlich. Entscheidend ist der Umgang damit. Eine ehrliche Entschuldigung zeigt Kindern, dass niemand unfehlbar sein muss und dass es Stärke bedeutet, eigenes Fehlverhalten zu reflektieren. So entsteht eine Kultur, in der nicht Schuld, sondern Lernen im Vordergrund steht.



