top of page

UEFA zieht Konsequenzen: Europa droht der FIFA mit WM-Boykott

  • vor 38 Minuten
  • 2 Min. Lesezeit

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat deutlichen Widerstand gegen die Pläne der FIFA angekündigt, private Investoren an den kommerziellen Rechten der Weltmeisterschaften zu beteiligen. Sollte der Weltverband an diesem Vorhaben festhalten, wollen die europäischen Nationalverbände sämtliche FIFA-Wettbewerbe boykottieren. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


„Keine Nationalmannschaften aus der UEFA werden an irgendeinem FIFA-Wettbewerb teilnehmen, solange diese Vorschläge weiterbestehen“, erklärte die UEFA nach einer kurzfristig einberufenen Sitzung in einer offiziellen Stellungnahme.


Einstimmige Ablehnung des Vorhabens


Nach Angaben der UEFA stehen alle 55 Mitgliedsverbände geschlossen hinter dieser Entscheidung. In ihrer Erklärung macht die Organisation deutlich, dass innerhalb Europas Einigkeit herrscht. „Die UEFA und ihre 55 Mitgliedsverbände stehen geschlossen zusammen“, hieß es. „Wir lehnen den Vorschlag der FIFA, Beteiligungsrechte an der Weltmeisterschaft und anderen FIFA-Wettbewerben auf private Investoren zu übertragen, einstimmig und unmissverständlich ab.“


Folgen für Männer- und Frauen-Weltmeisterschaften


Der angekündigte Boykott würde nicht nur die Männer-Weltmeisterschaft 2030 betreffen, sondern ebenso die Frauen-WM, die im kommenden Sommer in Brasilien ausgetragen wird. Für FIFA-Präsident Gianni Infantino erhöht sich damit der Druck erheblich. Ein Turnier ohne führende europäische Fußballnationen wie Spanien, Deutschland, England oder Frankreich würde sportlich deutlich an Bedeutung verlieren.


Kritik am Investorenmodell


Aus Sicht der UEFA widerspricht der Verkauf von Beteiligungsrechten dem Charakter der Weltmeisterschaft. Die Organisation sieht darin eine Gefährdung des sportlichen Erbes des Wettbewerbs. „Die Weltmeisterschaft darf nicht als Anlageprodukt behandelt werden. Sie ist eines der größten sportlichen Vermächtnisse des Fußballs“, hieß es in der UEFA-Mitteilung.


FIFA setzt auf Milliarden-Einnahmen


Die FIFA hatte zuvor angekündigt, durch den Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte – unter anderem rund um die Weltmeisterschaft – erhebliche zusätzliche Einnahmen erzielen zu wollen. Medienberichten zufolge sollen die 211 Mitgliedsverbände dem geplanten Geschäft bis zum 19. September zustimmen. Als Anreiz sei ihnen eine einmalige Sonderzahlung in Aussicht gestellt worden.


Unterschiedliche Auffassungen


FIFA-Präsident Gianni Infantino verteidigt den Einstieg externer Investoren und bezeichnet ihn als „einmalige Chance, die weltweite Entwicklung des Fußballs deutlich zu beschleunigen“. Die UEFA weist diese Argumentation jedoch entschieden zurück und kündigt entschlossenen Widerstand an. Unterstützung erhält sie dabei auch aus Deutschland: DFB-Präsident Bernd Neuendorf sowie DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke machten ebenfalls deutlich, dass sie den Investorenplänen der FIFA ablehnend gegenüberstehen.

bottom of page