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Worte mit Wirkung: Warum die Art, wie wir über Kinder sprechen, ihr Selbstbild prägt

Ob auf dem Spielplatz, vor dem Kindergarten oder in der Spielgruppe: Erwachsene reden über Kinder. Meist geht es um Austausch von Informationen, etwa wenn Eltern dem Erzieher erzählen, dass ihr Kind schlecht geschlafen hat und heute möglicherweise früher müde wird. Oder es geht um Stolz, wenn die ersten Schritte auf dem Laufrad oder andere kleine Erfolge geteilt werden.


Mehr dazu heute in #MOMMYTIME.


Doch leider fallen nicht immer nur positive Bemerkungen. Manchmal äußern Erwachsene Kritik oder abwertende Kommentare – oft unbedacht und im Beisein der Kinder.


Warum Negativität problematisch ist


Es ist völlig normal, dass Eltern Frust teilen oder Rat suchen: Stressige Tage, endlose Trotzanfälle oder Unsicherheiten im Umgang mit dem Kind lassen sich leichter ertragen, wenn man sich austauscht. Das Problem: Das Kind hört oft mit. Stellen wir uns vor, eine Freundin würde über uns sagen, wir seien „immer ungeschickt“ oder „nervig“. Wir würden uns verletzt fühlen. Kinder empfinden genau das – nur oft ohne Möglichkeit, sich zu wehren.


Kinder verstehen mehr, als wir denken


Viele Erwachsene glauben, kleine Kinder würden Kritik nicht verstehen. Doch selbst Kleinkinder nehmen vieles wahr und beginnen, ein Bild von sich selbst zu entwickeln. Negative Worte über sie können das Selbstwertgefühl beeinträchtigen und ihnen das Gefühl geben, nicht wirklich wahrgenommen oder ernst genommen zu werden.


Die Macht der Zuschreibungen


Nicht nur Kritik, auch scheinbar liebevolle Kommentare wie „so eine süße Maus“ können langfristig Einfluss haben. Wenn Kinder ständig als „lieb“ oder „brav“ etikettiert werden, versuchen sie unbewusst, dieser Erwartung gerecht zu werden – selbst wenn sie gerade ganz andere Seiten zeigen möchten. Zu viele Zuschreibungen, egal ob positiv oder negativ, können das Selbstbild einschränken und die freie Entfaltung der Persönlichkeit hemmen.


Achtsamkeit im Alltag


Eltern müssen nicht jedes Wort prüfen – das ist weder realistisch noch nötig. Es ist jedoch wichtig, sich der Wirkung der eigenen Sprache bewusst zu sein und möglichst respektvolle Formulierungen zu wählen. Wenn Ärger oder Frust raus müssen, ist es besser, dies außerhalb der Reichweite des Kindes zu tun. Und sollte doch einmal ein Kommentar fallen, den man bereut, ist es völlig in Ordnung, sich beim Kind zu entschuldigen. Kinder profitieren davon, wenn sie erleben, dass Fehler korrigiert werden können und Worte Verantwortung tragen.

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