Keine falsche Scham: Diese peinlichen Beschwerden solltest du ärztlich abklären lassen
Bei Husten, Schnupfen oder Kopfschmerzen fällt es den meisten Menschen leicht, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Anders sieht es häufig bei Beschwerden aus, die als unangenehm oder peinlich empfunden werden. Scham kann dazu führen, dass Betroffene Symptome verschweigen oder einen Arztbesuch lange hinauszögern. Mehr dazu im LSJonline-Mittagsmagazin.
Dabei gehören intime und vermeintlich unangenehme Beschwerden für Ärztinnen, Ärzte und medizinisches Fachpersonal zum beruflichen Alltag. Entscheidend ist deshalb vor allem eines: Die eigene Gesundheit sollte wichtiger sein als falsche Scham.
Wenn der Toilettengang Probleme bereitet
Hämorrhoiden: Beschwerden im Analbereich
Jucken, Schmerzen oder kleine Blutspuren nach dem Stuhlgang können Hinweise auf vergrößerte Hämorrhoiden sein. Häufig spielen Faktoren wie chronische Verstopfung, langes Sitzen oder starkes Pressen eine Rolle.
Eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und regelmäßige Bewegung können dazu beitragen, Beschwerden vorzubeugen. Treten stärkere oder wiederkehrende Symptome auf, sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen, um die Ursache sicher abzuklären.
Analfistel: Entzündungen frühzeitig behandeln
Nach einer Entzündung oder einem Abszess im Bereich des Afters kann sich unter Umständen eine Analfistel entwickeln. Dabei entsteht eine entzündliche Verbindung beziehungsweise ein Gang im Gewebe, der mit Schmerzen und weiteren Beschwerden einhergehen kann.
Eine rechtzeitige medizinische Behandlung ist wichtig, um Komplikationen möglichst zu vermeiden. Deshalb sollten anhaltende Schmerzen, Schwellungen oder andere auffällige Veränderungen in diesem Bereich untersucht werden.
Beschwerden im Intimbereich
Scheidenpilz: Häufig und meist gut behandelbar
Brennen und Juckreiz im Intimbereich sowie ein auffälliger, weißlicher Ausfluss können auf eine Pilzinfektion hindeuten. Obwohl ein Scheidenpilz in vielen Fällen gut behandelbar ist, empfinden Betroffene die Beschwerden oft als sehr belastend.
Je nach Situation kommen spezielle Medikamente, Cremes oder Präparate zur lokalen Anwendung infrage. Da ähnliche Symptome auch andere Ursachen haben können, ist es bei Unsicherheit oder wiederholten Beschwerden sinnvoll, ärztlichen Rat einzuholen.
Erektionsprobleme: Offen darüber sprechen
Wenn eine Erektion wiederholt nicht erreicht oder über die gewünschte Zeit aufrechterhalten werden kann, kann eine erektile Dysfunktion vorliegen. Die Ursachen sind unterschiedlich und können sowohl körperlicher als auch psychischer Natur sein.
Beispielsweise können Durchblutungsprobleme oder andere Erkrankungen eine Rolle spielen. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, weshalb ein offenes Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt der erste Schritt zu einer passenden Therapie sein kann.
Blasenschwäche: Ein häufiges, aber oft verschwiegenes Problem
Ungewollter Urinverlust kann beispielsweise beim Lachen, Husten, Niesen oder bei körperlicher Belastung auftreten. Auslöser können unter anderem eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur oder körperliche Veränderungen sein.
Gezieltes Training des Beckenbodens kann vielen Betroffenen helfen. Bestehen die Beschwerden dauerhaft oder sind sie besonders ausgeprägt, sollte eine medizinische Abklärung erfolgen.
Haut und Haare: Wenn sich Erreger ausbreiten
Fußpilz: Feuchtigkeit begünstigt die Infektion
Juckende, gerötete oder schuppige Haut – besonders zwischen den Zehen – kann auf Fußpilz hinweisen. Die Erreger fühlen sich in einem warmen und feuchten Umfeld besonders wohl und können sich beispielsweise in Umkleiden oder Schwimmbädern verbreiten.
Antimykotische Präparate können zur Behandlung eingesetzt werden. Zusätzlich ist es wichtig, die Füße nach dem Waschen sorgfältig abzutrocknen und Socken regelmäßig bei geeigneter Temperatur zu waschen.
Kopfläuse: Kein Hinweis auf schlechte Hygiene
Ein Läusebefall kann jeden treffen und hat nichts mit mangelnder Sauberkeit zu tun. Typisch ist vor allem ein intensiver Juckreiz auf der Kopfhaut.
Zur Bekämpfung stehen spezielle Mittel und engzinkige Kämme zur Verfügung. Auch Gegenstände und Textilien, die engen Kontakt mit dem Kopf hatten, sollten entsprechend den empfohlenen Hygienemaßnahmen behandelt werden.
Wenn der Bauch ständig drückt
Blähungen und Völlegefühl
Ein aufgeblähter Bauch kann verschiedene Auslöser haben. Bestimmte Nahrungsmittel, eine einseitige Ernährung, Stress oder hastiges Essen können die Verdauung beeinflussen und zu verstärkter Gasbildung führen.
Treten starke Blähungen regelmäßig auf oder kommen weitere Beschwerden hinzu, ist eine ärztliche Abklärung ratsam. Hinter anhaltenden Verdauungsproblemen können in manchen Fällen auch Erkrankungen stecken.



